10.03.2019, 16:51 Uhr

Bishoftu (AFP) 157 Tote bei Flugzeugabsturz in Äthiopien


Laut Airline auch fünf Deutsche unter den Opfern

Beim Absturz eines Passagierflugzeugs sind am Sonntag in Äthiopien alle 157 Insassen ums Leben gekommen, darunter nach Angaben der Fluggesellschaft auch fünf Deutsche. Laut Ethiopian Airlines hatte der Pilot kurz nach dem Start in Addis Abeba Probleme gemeldet. Kurze Zeit später zerschellte die Maschine auf freiem Feld.

Die Boeing 737 MAX 8 mit der Flugnummer ET302 war bei gutem Wetter von der äthiopischen Hauptstadt in Richtung Nairobi in Kenia gestartet. Der Airline zufolge brach der Kontakt mit der Maschine sechs Minuten nach dem Abheben gegen halb neun ab. Zu diesem Zeitpunkt habe sich das Flugzeug nahe der Stadt Bishoftu befunden. Der Pilot habe Probleme gemeldet und um Erlaubnis zur Rückkehr nach Addis Abeba gebeten. Dafür habe er grünes Licht bekommen. Kurz darauf stürzte die Maschine ab.

Ein AFP-Reporter berichtete von einem tiefen Krater an der Unglücksstelle. Flugzeugteile und persönliche Gegenstände der Passagiere lagen weit verstreut. Rettungskräfte bargen menschliche Überreste aus dem Flugzeugwrack.

Die Absturzursache war zunächst unklar. Das Flugzeug selbst war neu - Medienberichten zufolge hatte Boeing die Maschine erst im November an Ethiopian Airlines ausgeliefert.

An Bord des Flugzeuges waren nach Angaben der Fluggesellschaft 149 Passagiere und acht Besatzungsmitglieder aus insgesamt 35 Ländern, eines der Opfer hatte einen Ausweis der Vereinten Nationen. Gemäß einer Aufstellung, die Ethiopian Airlines bei Twitter veröffentlichte, waren auch fünf Deutsche und drei Österreicher an Bord der Maschine.

Das Auswärtigen Amt erklärte dazu, man müsse "leider davon ausgehen, dass auch deutsche Staatsangehörige unter den Opfern" seien. Das Auswärtige Amt und die Botschaft in Addis Abeba stünden "mit Ethiopian Airlines und den äthiopischen Behörden in engem Kontakt, dazu schnellstmöglich gesicherte Informationen zu erhalten".

Das Unglück ereignete sich am Vortag einer großen Jahresversammlung des UN-Umweltprogramms in Nairobi. Möglicherweise waren Teilnehmer des Treffens an Bord. Die US-Verkehrssicherheitsbehörde kündigte die Entsendung eines Expertenteams an, um bei den Ermittlungen zu helfen. Der US-Flugzeugbauer Boeing will bei den den Ermittlungen ebenfalls technische Unterstützung leisten.

In Nairobi warteten in der Ankunftshalle des internationalen Flughafens Jomo Kenyatta Angehörige und Kollegen von Passagieren der Unglücksmaschine. "Ich hoffe noch immer, dass alles gut ist, weil ich seit dem Morgen auf meine Schwester warte und uns noch nichts gesagt worden ist", sagte Peter Kimani rund eine Stunde nach der für 10.35 Uhr geplanten Landung.

Khalid Ali Abdulrahman erhielt indes gute Nachrichten: Kurz nach dem Absturz habe sein Sohn ihn angerufen und ihm mitgeteilt, dass er nicht an Bord gegangen sei.

Ethiopian Airlines gehört zu hundert Prozent dem äthiopischen Staat. Seit einigen Jahren befindet sich die Fluglinie auf Expansionskurs: Mit einer Flotte von mehr als hundert Maschinen ist sie inzwischen die größte auf dem afrikanischen Kontinent.

Bei der Boeing 737-800MAX handelt es sich um den gleichen Flugzeugtyp wie bei der im Oktober nach dem Start in Jakarta abgestürzten Maschine der indonesischen Gesellschaft Lion Air. Bei dem Unglück kamen alle 189 Menschen an Bord ums Leben.

Zuletzt war eine Boeing 737-800 der Ethiopian Airlines im Jahr 2010 nach dem Start im Libanon explodiert - 90 Menschen kamen ums Leben.


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