06.03.2019, 10:38 Uhr

Dschalalabad (AFP) Mehr als 20 Tote bei Selbstmordanschlag auf Bauunternehmen in Ostafghanistan

Die Verletzten werden im Krankenhaus behandelt. Quelle: AFP/NOORULLAH SHIRZADA (Foto: AFP/NOORULLAH SHIRZADA)Die Verletzten werden im Krankenhaus behandelt. Quelle: AFP/NOORULLAH SHIRZADA (Foto: AFP/NOORULLAH SHIRZADA)

Mehrstündiger Angriff in Dschalalabad

Bei einem Selbstmordanschlag auf ein privates Bauunternehmen im Osten Afghanistans sind am Mittwoch mehr als 20 Menschen getötet worden. 16 Mitarbeiter des Unternehmens in Dschalalabad seien getötet und neun weitere verletzt worden, teilte ein Sprecher der Provinzregierung mit. Alle fünf Angreifer seien von Sicherheitskräften getötet worden. Zu dem Angriff bekannte sich zunächst niemand. In der Provinz Nangarhar sind sowohl die Taliban als auch die IS-Miliz aktiv.

Der mehrstündige Angriff begann nach Angaben eines AFP-Reporters am frühen Morgen mit mindestens zwei Explosionen. Daraufhin eilten Sicherheitskräfte zum Ort des Angriffs. Nach Angaben des Sprechers Attaullah Chogjani mussten Sprengstoffwesten, eine Autobombe und mehrere von den Angreifern versteckte Minen entschärft werden.

"Bewaffnete Selbstmordattentäter haben am frühen Morgen angegriffen und sind in das Gebäude einer privaten Baufirma eingedrungen", sagte Sabihullah Smarai, Mitglied des Provinzrates von Nagarhar. Er sprach von mehreren getöteten Mitarbeitern, konnte aber keine genaue Opferzahl nennen.

Die radikalislamische Taliban-Miliz verhandelt derzeit mit Vertretern der US-Regierung in Katar über ein Ende der Kämpfe in Afghanistan. Die Verhandlungen werden ungeachtet eines Angriffs auf einen Militärstützpunkt im Südwesten Afghanistans fortgesetzt, bei dem Taliban-Kämpfer am Freitag mindestens 23 afghanische Soldaten töteten.

Die Gespräche konzentrieren sich laut US-Außenministerium auf vier Themen: die Einstufung der Taliban als Terrororganisation, Truppenabzug, innerafghanischer Dialog und Waffenruhe. US-Präsident Donald Trump will rund die Hälfte der derzeit in Afghanistan stationierten 14.000 US-Soldaten abziehen, die das Rückgrat der Nato-Mission "Resolute Support" bilden.


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