28.02.2019, 15:52 Uhr

Dakar (AFP) Senegals Präsident Sall in erster Wahlrunde im Amt bestätigt

Macky Sall am Wahltag. Quelle: AFP/SEYLLOU (Foto: AFP/SEYLLOU)Macky Sall am Wahltag. Quelle: AFP/SEYLLOU (Foto: AFP/SEYLLOU)

Oppositionskandidaten wollen Endergebnis trotz heftiger Kritik nicht anfechten

Senegals Staatschef Macky Sall ist bereits in der ersten Runde der Präsidentschaftswahl im Amt bestätigt worden. Laut dem vorläufigen Endergebnis erhielt Sall bei der Wahl am vergangenen Sonntag 58,27 Prozent der Stimmen, wie die Nationale Wahlkommission am Donnerstag in Dakar mitteilte. Auf dem zweiten Platz landete demnach Ex-Ministerpräsident Idrissa Seck mit 20,5 Prozent. Die Opposition kritisierte die Wahlergebnisse, will aber keinen Widerspruch einlegen.

Die Wahlbeteiligung lag laut Wahlkommission bei 66,24 Prozent. Hinter dem Amtsinhaber und Seck belegte demnach der systemkritische Abgeordnete Ousmane Sonko den dritten Platz mit 15,67 Prozent der Stimmen, gefolgt von Issa Sall (4,07 Prozent), der eine Privat-Uni leitet, und Ex-Minister Madické Niang (1,48 Prozent). Das vorläufige amtliche Endergebnis muss noch vom Verfassungsrat bestätigt werden.

Vor Salls Wahlkampfzentrale brach Jubel aus, wie Journalisten der Nachrichtenagentur AFP berichteten. "Macky Sall hat drei Mal mehr Stimmen als der Zweitplatzierte", sagte seine Unterstützerin Aminata Touré. "Das nennt man einen klaren Sieg."

Die vier Oppositionskandidaten stimmten in Secks Wohnhaus ihre Reaktion auf das vorläufige amtliche Wahlergebnis ab. "Wir weisen dieses Ergebnis entschieden und ohne irgendeine Einschränkung zurück", erklärten Seck, Sonko, Niang und Issa Sall anschließend gemeinsam. Dennoch wollten sie beim Verfassungsrat keinen Widerspruch einlegen. Sonkos Partei Pastef-les Patriotes hatte am Mittwochabend "Unregelmäßigkeiten" bei der Präsidentschaftswahl beklagt und zu "absoluter Wachsamkeit" aufgerufen.

Salls Anhänger hatten den Präsidenten bereits am Sonntagabend zum Wahlsieger erklärt. Die Opposition hatte erbost darauf reagiert und erklärt, eine zweite Wahlrunde sei "unvermeidbar". In diesem Fall hätte sie ihre Kräfte bündeln können. Die Chefin der EU-Wahlbeobachtermission, Elena Valenciano, warnte daher am Dienstag, die "widersprüchlichen Erklärungen" von Regierungs- und Oppositionslager erzeugten "Spannungen" im Land. Die Wahl an sich sei "ruhig und transparent" abgelaufen.

Sall, ehemaliger Geologe und Ministerpräsident unter seinem Vorgänger Abdoulaye Wade, hatte Wade 2012 in der zweiten Runde der Präsidentschaftswahl besiegt. In seiner ersten Amtszeit legte Sall den Schwerpunkt seiner Politik auf die Entwicklung der Verkehrsinfrastruktur. Seine Kritiker werfen ihm jedoch vor, zu wenig für bessere Basisdienstleistungen, Gesundheitsfürsorge und Bildung zu tun.

In der früheren französischen Kolonie waren 6,7 Millionen Wahlberechtigte zur Stimmabgabe aufgerufen. Der Senegal gilt als Vorbild für Stabilität in Westafrika. Es gab zwei friedliche Machtwechsel in den Jahren 2000 und 2012, ein Putsch blieb dem Land erspart. Außerdem blieb das mehrheitlich muslimische Land von islamistischen Anschlägen weitgehend verschont, seine Wirtschaft verzeichnet ein deutliches Wachstum.


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