27.02.2019, 15:17 Uhr

Berlin (AFP) Vor Start von neuer Tarifrunde erneut Warnstreiks im öffentlichen Dienst

Eine Verdi-Demonstration. Quelle: dpa/AFP/Lino Mirgeler (Foto: dpa/AFP/Lino Mirgeler)Eine Verdi-Demonstration. Quelle: dpa/AFP/Lino Mirgeler (Foto: dpa/AFP/Lino Mirgeler)

Unter anderem wieder Berlin betroffen - Gewerkschaften betonen Entschlossenheit

Einen Tag vor dem Beginn der dritten Tarifrunde für den öffentlichen Dienst der Länder haben die Gewerkschaften am Mittwoch noch einmal tausende Mitglieder zu Warnstreiks mobilisiert. In Berlin beteiligten sich Verdi zufolge mehr als 16.000 Tarifbeschäftigte vor allem aus dem Sozial- und Erziehungsbereich an den Protesten. In Bremen kamen mehr als 7000 Menschen zu einer Kundgebung zusammen.

Die Streikaktionen der vergangenen Wochen sollten den Arbeitgebern eine "deutliche Warnung" sein, erklärte der Bundesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei, Oliver Malchow, in Berlin. Nach zwei Verhandlungsrunden ohne Angebot der Bundesländer müsse "endlich eine verhandlungsfähige Offerte auf den Tisch" kommen.

Die von Verdi angeführten Gewerkschaften des öffentlichen Diensts fordern sechs Prozent mehr Lohn, mindestens aber 200 Euro mehr im Monat für die knapp 800.000 direkt betroffenen Angestellten der Länder. Die Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL), der alle Bundesländer außer Hessen angehören, legte bislang kein Angebot vor.

Ab Donnerstag wollen beide Seiten in Potsdam zu ihrer insgesamt dritten Tarifrunde zusammenkommen. Der TdL-Verhandlungsführer und Berliner Finanzsenator Matthias Kollatz (SPD) betonte zuletzt, er sehe bei entsprechender Kompromissbereitschaft Chancen auf eine Einigung. Sechs Prozent mehr Lohn könnten die Länder nicht zahlen.

Auch der Bundeschef des Deutschen Beamtenbunds, Ulrich Silberbach, gab sich vor den neuerlichen Verhandlungen zuversichtlich. "Ich bin optimistisch, dass es am Wochenende zu einer Einigung kommt, auch wenn noch viele Baustellen vor uns liegen", sagte er dem "Handelsblatt". Dagegen sprach Verdi-Bundeschef Frank Bsirske von einer "problematischen Ausgangslage". Er schließe "nichts" aus, sagte er der "Rhein-Neckar-Zeitung" mit Blick auf weitere Streiks.

Die Gewerkschaften hatten ihre Warnstreiks in den vergangenen Tagen mit Blick auf die dritte Tarifrunde massiv ausgeweitet. Am Mittwoch legten den zweiten Tag hintereinander in Berlin flächendeckend Erzieher und Sozialarbeiter die Arbeit nieder, betroffen waren unter anderem städtische Kitas. Streiks gab es laut Verdi parallel aber auch in Bayern, Mecklenburg-Vorpommern und Baden-Württemberg.


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