27.02.2019, 10:06 Uhr

Hamburg (AFP) Krankenkasse fordert alternative Bezahlmodelle für neuartige Gentherapien

Arbeit in einem medizinischem Forschungslabor. Quelle: dpa/AFP/Archiv/Bernd Wüstneck (Foto: dpa/AFP/Archiv/Bernd Wüstneck)Arbeit in einem medizinischem Forschungslabor. Quelle: dpa/AFP/Archiv/Bernd Wüstneck (Foto: dpa/AFP/Archiv/Bernd Wüstneck)

Sorge um stark steigende Kosten für innovative Therapieansätze

Die Techniker Krankenkasse hat "innovative Bezahlmodelle" für neuartige sogenannte Gentherapiemedikamente gefordert. Diese würden nach Ansicht von Experten künftig die Behandlungsmethoden in vielen Bereichen revolutionieren, erklärte die Krankenkasse am Mittwoch in Hamburg. Zugleich sei das Gesundheitssystem nicht auf die "extrem stark steigenden Kosten" vorbereitet, die entstünden, wenn derartige Therapien in den kommenden Jahren für immer mehr Krankheiten zur Verfügung stünden.

Wie die Krankenkasse in ihrem "Future Drug Report" schreibt, wurden 2018 bereits Gentherapien gegen Leukämie sowie gegen erblich bedingte Augenerkrankungen zugelassen. Für 2023 werde ferner die Zulassung einer neuartigen vielversprechenden Gentherapie gegen die Bluterkrankheit erwartet, bei der Studien Hoffnungen auf große Fortschritte machten.

Die derzeit in Deutschland und Europa genutzten Wege zur Einführung neuer vielversprechender Medikamente seien für derartige Innovationen aber womöglich nicht geeignet, betonte die Krankenkasse mit Blick auf die Mechanismen, mit denen die Bezahlung mit den Anbietern geregelt wird. Sie schlug ein eigenes System namens "dynamischer Evidenzpreis" vor. Dabei soll eine Datenerhebung über Erfolge und Misserfolge neuer Behandlungsmethoden mit Hilfe der gesetzlichen Kassen erfolgen.

Die Kassen würden für ihren Beitrag zur Wirksamkeitsanalyse Rabatte erhalten, außerdem sollte sich der Preis demnach an den Ergebnissen der Evaluation hinsichtlich des Behandlungserfolgs orientieren und jährlich angepasst werden. Auf diese Weise werde "das Risiko für die Kostenträger minimiert, da der Preis des Arzneimittels jederzeit seinem therapeutischen Wert entspricht", erklärte die Techniker.


0 Kommentare