26.02.2019, 23:05 Uhr

Berlin (AFP) Studie: 13.000 Deutsche im Jahr vorzeitig wegen Verkehrsabgasen gestorben

Luft-Messstation in Stuttgart. Quelle: dpa/AFP/Archiv/Bernd Weissbrod (Foto: dpa/AFP/Archiv/Bernd Weissbrod)Luft-Messstation in Stuttgart. Quelle: dpa/AFP/Archiv/Bernd Weissbrod (Foto: dpa/AFP/Archiv/Bernd Weissbrod)

Sterberate laut Forschungsinstitut ICCT über Durchschnitt aller EU-Länder

In Deutschland sind laut einer neuen Studie im Jahr 2015 etwa 43.000 Menschen frühzeitig an den Folgen von Feinstaub und Ozon gestorben - etwa 13.000 davon allein durch Emissionen aus dem Verkehrsbereich. Wie die am Mittwoch veröffentlichte Studie des umweltnahen Forschungsinstituts International Council on Clean Transportation (ICCT) ergab, summieren sich die negativen Auswirkungen durch den Verkehr auf gesellschaftliche Kosten von 97 Milliarden Euro, etwa drei Prozent des deutschen Bruttonationaleinkommens.

Bei der Studie arbeitete der ICCT, der maßgeblich an der Aufdeckung des Dieselskandals beteiligt war, mit Forschern der George Washington Universität sowie der Universität Colorado Boulder zusammen. Die Forscher führten Daten zum Emissionsverhalten von Fahrzeugen mit Modellen zu Volkskrankheiten zusammen, um die Gesundheitsauswirkungen des Verkehrs auf verschiedenen Ebene zu berechnen. Einbezogen wurden die Emissionen von Pkw, Bussen, Lkw, Schiffen sowie von landwirtschaftlichen Fahrzeugen und Baumaschinen.

Weltweit starben demnach 2015 in etwa 3,4 Millionen Menschen frühzeitig an Luftverschmutzung. 385.000 dieser Todesfälle sind laut den Berechnungen Folgen von Feinstaub und Ozon aus dem Verkehrsbereich. Erkrankungen am Herzen, Schlaganfälle, chronische Lungenerkrankungen, Lungenkrebs, Infektionen der unteren Atemwege sowie Diabetes werden durch Luftverschmutzung mit ausgelöst oder begünstigt.

Dieselfahrzeuge waren im weltweiten Durchschnitt für knapp die Hälfte dieser frühzeitigen Todesfälle verantwortlich - in Deutschland sogar für zwei Drittel. Deutschland kommt laut dem ICCT bei der Gesamtzahl der vorzeitigen Tode mit 13.000 im weltweiten Vergleich nach China (114.000), Indien (74.000) und den USA (22.000) an vierter Stelle.

Mit 17 frühzeitigen Todesfällen je 100.000 Einwohnern kommt Deutschland im Verhältnis zur Bevölkerungszahl sogar auf den ersten Platz. Diese Sterberate ist laut ICCT dreimal so hoch wie der globale Durchschnitt und knapp 50 Prozent über dem Durchschnitt aller EU-Länder. Von den untersuchten 100 Metropolen waren mit Stuttgart, Köln und Berlin drei deutsche Städte unter den Top Ten der Ballungsgebiete mit den höchsten Sterberaten.


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