26.02.2019, 11:10 Uhr

Berlin (AFP) BDI beziffert Minus durch harten Brexit für Deutschland auf 17 Milliarden Euro

BDI-Hauptgeschäftsführer Lang. Quelle: dpa/AFP/Archiv/Jörg Carstensen (Foto: dpa/AFP/Archiv/Jörg Carstensen)BDI-Hauptgeschäftsführer Lang. Quelle: dpa/AFP/Archiv/Jörg Carstensen (Foto: dpa/AFP/Archiv/Jörg Carstensen)

BMW hält verschobenen EU-Austritt für "kein gutes Szenario"

Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) hat vor jährlichen Schäden im zweistelligen Milliardenbereich für die deutsche Wirtschaft im Fall eines harten Brexit gewarnt. "Wenn es ganz dick kommt, rechnen wir mit einem Rückschlag für die deutsche Wirtschaft in der Größenordnung von mindestens einem halben Prozent des BIP", sagte BDI-Hauptgeschäftsführer Joachim Lang am Dienstag. Das wäre ein Minus von rund 17 Milliarden Euro "allein in diesem Jahr".

Der BDI forderte Großbritannien auf, "den Austrittsprozess zu stoppen", sollte die Regierung auch im März keine Parlamentsmehrheit für ihren Brexit-Kurs finden. Das sei besser als ein ungeordneter Austritt. Gleichwohl bereiten sich die deutschen Unternehmen nach Angaben des BDI derzeit auf einen harten Brexit vor. Denn für neue Verhandlungen sei schlicht die Zeit zu knapp.

Die britische Premierministerin Theresa May wollte noch am Dienstag das britische Unterhaus über den Stand der Brexit-Beratungen mit der EU informieren. Die Abgeordneten hatten im vergangenen Monat mit großer Mehrheit den mit Brüssel ausgehandelten Brexit-Vertrag abgelehnt und Nachbesserungen gefordert. Eine Lösung, die mit einer Mehrheit im Unterhaus rechnen kann, ist derzeit nicht in Sicht.

EU-Ratspräsident Donald Tusk hatte am Montag eine Verschiebung des Brexit ins Spiel gebracht und dies als "vernünftige Lösung" bezeichnet. Dazu äußerte sich unter anderem der Autobauer BMW: "Ein scheibchenweise verschobener Starttermin wäre für uns kein gutes Szenario", sagte BMW-Einkaufsvorstand Andreas Wendt der "Automobilwoche". BMW habe sich mit seinen Werken im Königreich auf den 29. März "intensiv vorbereitet".

Der Autobauer hat schon vor längerem angekündigt, die jährliche Routine-Schließung seiner britischen Werke für Mini und Rolls-Royce zu Wartungszwecken direkt auf die Zeit nach dem Brexit zu verlegen. Zudem hat BMW sich Luftfracht-Kapazitäten gesichert, um seine Fabriken im Zweifel per Luftbrücke zu versorgen.


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