26.02.2019, 12:46 Uhr

Paris (AFP) Opel fährt erstmals seit 20 Jahren Gewinn ein

Freut sich über ersten Opel-Gewinn seit 20 Jahren: PSA-Chef Tavares. Quelle: AFP/ERIC PIERMONT (Foto: AFP/ERIC PIERMONT)Freut sich über ersten Opel-Gewinn seit 20 Jahren: PSA-Chef Tavares. Quelle: AFP/ERIC PIERMONT (Foto: AFP/ERIC PIERMONT)

PSA-Chef Tavares sieht "zusätzliches Potenzial" für die Marke mit dem Blitz

Opel hat erstmals seit 20 Jahren wieder einen Gewinn eingefahren. Er lag im vergangenen Jahr bei 859 Millionen Euro, wie der französische Mutterkonzern PSA am Dienstag am Stammsitz in Rueil-Malmaison bei Paris mitteilte. PSA-Chef Carlos Tavares sagte, Opel und seine britische Schwestermarke Vauxhall hätten damit "die Grundlagen für eine stabile Zukunft" gelegt. Die Marke mit dem Blitz könne sogar noch "zusätzliches Potenzial freimachen". Die IG-Metall forderte Investitionen in die deutschen Opel-Werke.

Die PSA-Gruppe um die Marken Peugeot und Citroën hatte Opel im August 2017 für 1,3 Milliarden Euro von dem US-Konzern General Motors übernommen. In den letzten fünf Monaten 2017 hatten Opel und Vauxhall noch ein Minus von 179 Millionen Euro verzeichnet. Mit einem umfassenden Sparprogramm machte PSA die Marke wieder profitabel - zwei Jahre früher als geplant.

Die IG-Metall forderte von PSA Klarheit über die Auslastung der deutschen Werke. Der Bezirksleiter Mitte, Jörg Köhlinger, rief das Management auf, "endlich mit den Betriebsräten über die dringend notwendigen Investitionen für Rüsselsheim, Kaiserslautern und Eisenach zu verhandeln". Die Beschäftigten wüssten weiter nicht, wie die mittelfristige Planung für die Werke aussehe und mit welchen Modellen und Teilen die einzelnen Standorte ausgelastet werden sollten.

Unter dem Sanierungsplan für Opel sind betriebsbedingte Kündigungen bis Ende Juli 2023 ausgeschlossen. Der Personalabbau durch Abfindungen, Altersteilzeit und Vorruhestand ist auf 3700 Stellen begrenzt.

Die PSA-Gruppe verzeichnete im vergangenen Jahr nach eigenen Angaben einen "historischen" Nettogewinn von 3,3 Milliarden Euro, gut 40 Prozent mehr als 2017. Der Umsatz stieg um knapp ein Fünftel auf rund 74 Milliarden Euro. Davon entfielen 18,3 Milliarden Euro auf Opel Vauxhall.

Bereits Mitte Januar hatte PSA mitgeteilt, dank Opel einen Absatzrekord verzeichnet zu haben. Die Zahl der verkauften Fahrzeuge stieg demnach um 6,8 Prozent auf 3,88 Millionen. Ohne Opel und Vauxhall fiel der Absatz dagegen um zwölf Prozent, unter anderem weil die Verkäufe in China um ein Drittel einbrachen. Zudem führten die US-Sanktionen gegen den Iran dazu, dass sich PSA im Juni ganz vom iranischen Markt zurückziehen musste.

Perspektivisch soll Opel nach dem Willen von Tavares nach Russland zurückkehren - von diesem Markt hatte sich Opel 2015 wegen einbrechender Absätze zurückgezogen.

Die PSA-Verkäufe außerhalb Europas sollen insgesamt um 50 Prozent steigen, wie Tavares erklärte. Dafür soll Peugeot in Nordamerika stärker auftreten und Citroën ab 2021 in Indien.

Tavares betonte, die Autobranche sei derzeit starkem "Gegenwind" ausgesetzt. Als Risiken nannte er die Möglichkeit eines ungeordneten Brexit, verschärfte Abgasnormen in der Europäischen Union, die für das kommende Jahr angekündigt sind, und technologische Herausforderungen wie Elektromobilität und autonomes Fahren.


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