25.02.2019, 15:07 Uhr

Genf (AFP) UN-Generalsekretär sieht weltweite Abrüstungsbemühungen vor dem Kollaps

Militärparade in St. Petersburg . Quelle: AFP/Archiv/OLGA MALTSEVA (Foto: AFP/Archiv/OLGA MALTSEVA)Militärparade in St. Petersburg . Quelle: AFP/Archiv/OLGA MALTSEVA (Foto: AFP/Archiv/OLGA MALTSEVA)

Guterres fordert Washington und Moskau zur Rettung des INF-Vertrages auf

UN-Generalsekretär Antonio Guterres sieht die internationalen Bemühungen um Abrüstung vor dem Kollaps. "Ich will es direkt sagen: Entscheidende Bestandteile der internationalen Rüstungskontroll-Architektur brechen gerade zusammen", sagte Guterres am Montag bei der UN-Abrüstungskonferenz in Genf.

Der UN-Generalsekretär rief die USA und Russland auf, den INF-Vertrag zu atomwaffenfähigen Raketen von 1987 zu retten. Anfang Februar waren zunächst die USA und dann auch Russland aus dem Abrüstungsvertrag ausgestiegen.

"Wir können es uns einfach nicht leisten, zum ungezügelten nuklearen Wettstreit aus den dunkelsten Tagen des Kalten Krieges zurückzukehren", sagte der UN-Generalsekretär. "Ich rufe alle Beteiligten des INF-Vertrages auf, die verbleibende Zeit zu nutzen, um in einen ernsthaften Dialog über die verschiedenen Themen, die aufgebracht wurden, einzutreten."

"Es ist sehr wichtig, dass der Vertrag gerettet wird", sagte Guterres. Der INF-Vertrag verbietet landgestützte Raketen und Marschflugkörper mit einer Reichweite zwischen 500 und 5500 Kilometern, die Atomsprengköpfe tragen können. Die USA und die Nato werfen Russland vor, mit seinem Marschflugkörper 9M729 gegen das Abkommen zu verstoßen. Moskau bestreitet dies.

Mit der Aufkündigung des Vertrages begann eine Sechs-Monatsfrist. Einigen sich beide Seiten nicht noch innerhalb dieser Frist, so läuft das Abkommen Anfang August automatisch aus.


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