23.02.2019, 14:23 Uhr

Ureña (AFP) Venezuelas Armee setzt Tränengas gegen Demonstranten an Grenze zu Kolumbien ein


Zusammenstöße nach Grenzschließung - Vier Soldaten desertieren

Das venezolanische Militär hat am Samstag Tränengas eingesetzt, um eine Demonstration an der Grenze zu Kolumbien aufzulösen. Im Grenzort Ureña kam es zu Zusammenstößen zwischen Streitkräften und Demonstranten, als diese versuchten, nach Kolumbien zu gelangen. Unterdessen desertierten vier venezolanische Soldaten und überquerten die seit Freitag geschlossene Grenze.

Die Menschenmenge, die in Ureña Spezialkräften der Nationalgarde gegenüberstand, skandierte: "Wir wollen arbeiten."

Wie Vertreter der kolumbianischen Einwanderungsbehörde mitteilten, brachen drei Mitglieder der Nationalgarde Venezuelas mit einem gepanzerten Fahrzeug durch Sicherheitsbarrikaden auf der Grenzbrücke Simón Bolívar. Eine Frau auf der kolumbianischen Seite sei bei der Aktion verletzt worden, berichtete ein AFP-Reporter. Die Behörden erklärten zudem, ein Offizier der Nationalgarde sei über eine andere Brücke aus Venezuela in den kolumbianischen Grenzort Cúcuta desertiert.

Die Regierung von Staatschef Nicolás Maduro hatte am Freitag große Teile der Grenze zu Kolumbien geschlossen, nachdem Oppositionsführer Juan Guaidó trotz eines Ausreiseverbots ein Benefizkonzert auf der kolumbianischen Seite der Grenze besucht hatte.

Der selbsternannte Interimspräsident Guaidó hat angekündigt, am Samstag Hilfslieferungen für Venezuelas Bevölkerung aus Kolumbien über die Tienditas-Grenzbrücke ins Land zu bringen. Maduro lehnt die Hilfslieferungen vehement ab. Er prangert sie als Vorwand an, unter dem eine militärische US-Invasion vorbereitet werden soll.

Zu dem Konzert im kolumbianischen Grenzort Cúcuta waren zehntausende Anhänger Guaidós gekommen. An der auf Initiative des britischen Milliardärs Richard Branson zustande gekommenen Veranstaltung "Venezuela Aid Live" nahmen Stars wie der durch den Hit "Despacito" bekannte Puertoricaner Luis Fonsi teil. Der Erlös soll der Bevölkerung in dem südamerikanischen Krisenstaat zugute kommen.

An der nur rund 300 Meter entfernten dreitägigen Gegenveranstaltung des Linksnationalisten Maduro auf venezolanischer Seite nahmen deutlich weniger Menschen teil. Rund 2500 Besucher kamen zu dem Konzert unter dem Motto "Hände weg von Venezuela".


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