22.02.2019, 16:11 Uhr

Miami (AFP) US-Gesandter reist mit Hilfslieferung an venezolanische Grenze

US-Frachtmaschine mit Hilfsgütern für Venezuela . Quelle: AFP/RHONA WISE (Foto: AFP/RHONA WISE)US-Frachtmaschine mit Hilfsgütern für Venezuela . Quelle: AFP/RHONA WISE (Foto: AFP/RHONA WISE)

Abrams will Kolumbiens Präsidenten Duque und andere Staatschefs treffen

Der US-Sondergesandte für Venezuela, Elliott Abrams, ist am Freitag an Bord eines humanitären Hilfsflugs in Richtung des kolumbianischen Grenzorts Cúcuta abgeflogen. Die Frachtmaschine der US-Entwicklungshilfebehörde USAID hob am Morgen (Ortszeit) vom Flughafen Homestead im US-Bundesstaat Florida ab und sollte einige Stunden später in der an der venezolanischen Grenze gelegenen Stadt eintreffen.

Abrams wollte sich in Cúcuta mit dem kolumbianischen Präsidenten Iván Duque und den Staatschefs von Chile und Paraguay, Sebastián Piñera und Mario Abdo, treffen. An Bord der US-Frachtmaschine befanden sich nach Adams' Angaben medizinische Hilfsgüter sowie Nahrungsmittel. Der US-Gesandte appellierte an das venezolanische Militär, diese "verzweifelt benötigten" Hilfen nicht zu blockieren. Der Flug, mit dem Abrams reiste, war die bereits fünfte USAID-Lieferung nach Cúcuta.

Die humanitäre Hilfe für Venezuela ist zum Spielball im Machtkampf zwischen dem venezolanischen Staatschef Nicolás Maduro und dem Oppositionsführer und selbsternannten Übergangspräsidenten Juan Guaidó geworden. Maduro will die Lieferungen nicht zulassen. Er prangert sie als Vorwand an, unter dem eine militärische US-Invasion vorbereitet werden soll. Guaidó wiederum hat der Regierung eine Frist bis Samstag gesetzt, um die Hilfslieferungen ins Land zu lassen.

Die humanitäre Hilfe für Venezuela ist zum Spielball im Machtkampf zwischen dem venezolanischen Staatschef Nicolás Maduro und dem Oppositionsführer und selbsternannten Übergangspräsidenten Juan Guaidó geworden. Maduro will die Lieferungen nicht zulassen. Er prangert sie als Vorwand an, unter dem eine militärische US-Invasion vorbereitet werden soll. Guaidó wiederum hat der Regierung eine Frist bis Samstag gesetzt, um die Hilfslieferungen ins Land zu lassen.

Die Lage an der Grenze bei Cúcuta war extrem angespannt. Ein von Guaidó organisierter Buskonvoi war am Donnerstag von der venezolanischen Hauptstadt Caracas in diese Grenzregion aufgebrochen, um die ausländischen Lieferungen abzuholen. Eine dortige Grenzbrücke wurde aber von den venezolanischen Streitkräften blockiert.

Am Freitag sollte auf der kolumbianischen Seite auf Initiative des britischen Milliardärs Richard Branson ein großes Benefizkonzert zugunsten der venezolanischen Bevölkerung stattfinden. Die venezolanische Regierung wollte ein Gegenkonzert in nur knapp 300 Metern Entfernung abhalten.

Die Regionalregierung der zu den Niederlanden gehörenden Karibikinsel Curaçao teilte unterdessen mit, sie wolle eine dort eingetroffene private Hilfslieferung für Venezuela nicht weiter in das südamerikanische Land lassen, solange keine Genehmigung der venezolanischen Behörden vorliege.

Das Flugzeug mit Nahrung und medizinischer Hilfe war von in den USA lebenden Venezolanern nach Curaçao geschickt worden, das nur rund 70 Kilometer von der venezolanischen Küste entfernt liegt. Die Organisatoren der Hilfslieferung wollen das Material per Schiff weiter nach Venezuela transportieren.

Das venezolanische Militär hatte jedoch vor einigen Tagen die Luft- und Seegrenze zu Curaçao sowie den benachbarten - und ebenfalls zu den Niederlanden gehörenden Inseln - Aruba und Bonaire geschlossen. Der niederländische Außenminister Stef Blok hatte zuvor angekündigt, dass auf Curaçao in Koordination mit Washington und Guaidó eine Drehscheibe für die Venezuela-Hilfe eingerichtet werden solle.


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