22.02.2019, 12:33 Uhr

Köln (AFP) Mindestens 1,33 Milliarden Euro Schaden durch Einsturz des Kölner Stadtarchivs

Trümmer des Kölner Stadtarchivs 2009. Quelle: dpa/dpa/picture-alliance/Archiv/Oliver Berg (Foto: dpa/dpa/picture-alliance/Archiv/Oliver Berg)Trümmer des Kölner Stadtarchivs 2009. Quelle: dpa/dpa/picture-alliance/Archiv/Oliver Berg (Foto: dpa/dpa/picture-alliance/Archiv/Oliver Berg)

Zehn Jahre nach Unglück wird Archivalienrestaurierung weitere 30 Jahre dauern

Beim verheerenden Einsturz des Kölner Stadtarchivs vor zehn Jahren ist nach aktuellen Schätzungen der Stadt ein Gesamtschaden von mindestens 1,33 Milliarden Euro entstanden. Darin enthalten sind allein über 700 Millionen Euro für die Restaurierung beziehungsweise den Verlust eines Teils der damals verschütteten Archivalien, wie die Stadtverwaltung am Freitag mitteilte. Die fachkundige Aufbereitung des beschädigten Archivguts dürfte noch 30 Jahre dauern.

Das Archivgebäude in der Kölner Südstadt war am frühen Nachmittag des 3. März 2009 bei U-Bahnbauarbeiten in eine riesige unterirdische Baugrube gestürzt und hatte zwei Nachbarhäuser mit in die Tiefe gerissen. In einem dieser Häuser starben zwei junge Männer, deren Leichen erst Tage nach der Katastrophe aus dem Schutt geborgen werden konnten.

In der Debatte über die genaue Einsturzursache waren in der Vergangenheit unterschiedliche Positionen der Stadt und der Arbeitsgemeinschaft (Arge) der damals beim U-Bahnbau tätigen Unternehmen deutlich geworden. Der Kölner Stadtdirektor Stephan Keller kündigte am Freitag vor Journalisten an, die Stadt Köln wolle von der Arge den finanziellen Schaden in kompletter Höhe zurückfordern.

Abzuwarten bleibe, ob dabei eine Verständigung mit den Baufirmen erzielt werden könne oder aber die Stadt ihre Forderungen in einem Zivilprozess geltend machen werde. Unabhängig von einem möglichen künftigen Zivilverfahren waren zuletzt zwei Strafprozesse um den Archiveinsturz mit zwei Bewährungsstrafen und drei Freisprüchen zu Ende gegangen. Diese Urteile sind noch nicht rechtskräftig.

Gut eine Woche vor dem zehnten Jahrestag der Katastrophe sagte die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker (parteilos), Entsetzen, Trauer und Fassungslosigkeit über den Archiveinsturz säßen in Köln weiter tief. "Es sind Katastrophen wie diese, die uns bewusst machen: In der Kürze eines Wimpernschlags kann das ganze Leben anders aussehen."

Für den Jahrestag am Sonntag kommender Woche ist an der Einsturzstelle am Köln Waidmarkt eine Gedenkveranstaltung mit einer Schweigeminute für die Opfer geplant.


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