15.02.2019, 06:50 Uhr

München (AFP) Ischinger fordert mehr Bemühungen für europäische Armee

Konferenzchef Wolfgang Ischinger . Quelle: dpa/dpa/picture-alliance/Archiv/Andreas Gebert (Foto: dpa/dpa/picture-alliance/Archiv/Andreas Gebert)Konferenzchef Wolfgang Ischinger . Quelle: dpa/dpa/picture-alliance/Archiv/Andreas Gebert (Foto: dpa/dpa/picture-alliance/Archiv/Andreas Gebert)

"Kalter Wind" auf Münchner Sicherheitskonferenz

Der Chef der Münchner Sicherheitskonferenz, Wolfgang Ischinger, hat stärkere Bemühungen bei der Zusammenführung der europäischen Streitkräfte gefordert. Europa müsse "mehr tun", um sich zu schützen, sagte Ischinger am Freitag im ZDF-"Morgenmagazin". Es sei wichtig, dass die "europäischen Bündnispartner sich zu einer Haltung durchringen". "Wir müssen verhindern, dass Europa wirkt wie ein aufgeregter Hühnerhaufen, der nicht weiß, wo er hinwill", mahnte Ischinger.

Am Freitag beginnt die 55. Münchner Sicherheitskonferenz. Unter den rund 600 Teilnehmern sind etwa drei Dutzend Staats- und Regierungschefs und etwa hundert Minister. Auf der Liste der Themen der dreitägigen Konferenz im Hotel Bayerischer Hof stehen die Zukunft Europas nach dem Brexit, das transatlantische Verhältnis und der Streit über die Nato-Verteidigungsausgaben sowie das Ende des INF-Abrüstungsvertrags zwischen den USA und Russland.

Konferenzchef Ischinger nannte die fehlende Rüstungskontrolle "sehr, sehr besorgniserregend". Die Aufrüstungsspirale sei bereits seit einiger Zeit im Gange, besonders in Asien werde sehr viel mehr Geld für Waffen ausgegeben. Auf der Sicherheitskonferenz herrsche "ein noch kälterer Wind als im Vorjahr".

Umso wichtiger sei es, dass auch China eine große Delegation in die bayerische Landeshauptstadt entsandt habe. "Wir müssen mit China auch über Sicherheitspolitik reden, nicht nur über das Verkaufen von BMWs und VWs", forderte Ischinger.


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