14.02.2019, 08:55 Uhr

Brüssel (AFP) Nato-Minister tagen zu Zukunft des Afghanistan-Einsatzes

Nato-Hauptquartier in Brüssel. Quelle: AFP/Emmanuel DUNAND (Foto: AFP/Emmanuel DUNAND)Nato-Hauptquartier in Brüssel. Quelle: AFP/Emmanuel DUNAND (Foto: AFP/Emmanuel DUNAND)

Stoltenberg: Mission "Resolute Support" bleibt "Top-Priorität" für Bündnis

Die Nato-Verteidigungsminister haben am zweiten Tag ihres Treffens in Brüssel ihre Beratungen über die Zukunft des Afghanistan-Einsatzes begonnen. Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg sagte am Donnerstag, die Ausbildungs- und Unterstützungsmission "Resolute Support" bleibe "eine Top-Priorität" für das Militärbündnis. Ziel der Unterstützung der afghanischen Sicherheitskräfte sei es, "die Bedingungen für Frieden" in dem Land am Hindukusch zu schaffen.

US-Präsident Donald Trump will rund die Hälfte der derzeit in Afghanistan stationierten 14.000 US-Soldaten abziehen, die das Rückgrat der Nato-Mission "Resolute Support" bilden. Ohne ausreichende US-Unterstützung und insbesondere Luft- und Transportkapazitäten Washingtons könnte der Nato-Einsatz voraussichtlich nicht fortgeführt werden.

Die Nato-Mission umfasst derzeit bis zu 16.900 Soldaten. Die USA stellen mit fast 8500 Soldaten die Hälfte. Die Bundeswehr ist mit bis zu 1300 Soldaten zweitgrößter Truppensteller. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte am Mittwoch die weitere Präsenz der Bundeswehr in Nordafghanistan vom weiteren US-Engagement abhängig gemacht.

Darüber hinaus befassen die Minister sich mit ihrem Ausbildungseinsatz im Irak. Er soll über eine Stärkung der irakischen Sicherheitskräfte sicherstellen, dass die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) in dem Land nicht wieder erstarke.

Weiteres Thema ist die Nato-geführte KFOR-Mission im Kosovo. Stoltenberg hatte am Mittwoch gesagt, das Bündnis wolle diese trotz des umstrittenen Aufbaus einer eigenen Armee in der früheren serbischen Provinz nicht in Frage stellen. Die Nato wird demnach aber ihre Unterstützung der kosovarischen Sicherheitskräfte überprüfen.

Am Rande des Treffen wird sich Spanien dem deutsch-französischen Projekt für die Entwicklung eines Kampfflugzeugs der nächsten Generation anschließen. Das Kampfjet-System namens "Future Combat Air System" (FCAS) soll ab 2040 gebaut werden und den pannenanfälligen Eurofighter und die französische Rafale ablösen. Bis dahin sollen auch die letzten der seit den 1980er Jahren im Einsatz befindlichen Tornado-Kampfjets der Bundeswehr ausgemustert sein.


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