07.02.2019, 11:35 Uhr

Rio de Janeiro (AFP) Brasilianischer Bergbaukonzern Vale verliert Lizenz für wichtigen Damm

Überbleibsel von Demo vor Vale-Sitz in Rio de Janeiro. Quelle: CDS/AFP/Archiv/Fabio TEIXEIRA (Foto: CDS/AFP/Archiv/Fabio TEIXEIRA)Überbleibsel von Demo vor Vale-Sitz in Rio de Janeiro. Quelle: CDS/AFP/Archiv/Fabio TEIXEIRA (Foto: CDS/AFP/Archiv/Fabio TEIXEIRA)

Arbeiten in größten Mine in Brucutu bereits seit Montag gestoppt

Der brasilianische Bergbaukonzern Vale hat die Lizenz für einen wichtigen Damm an seiner größten Eisenerzmine in Brucutu verloren. Das Umweltministerium des südöstlichen Bundesstaats Minas Gerais habe die Genehmigung für den Laranjeiras-Damm entzogen, teilte der Konzern am Mittwoch mit. Er verlor demnach auch die Lizenz zum Betrieb einer weiteren Eisenerzmine.

Die Arbeiten in Brucutu ruhen aufgrund eines Gerichtsbeschlusses bereits seit Montag. Dort werden jährlich 30 Millionen Tonnen Eisenerz gefördert - das entspricht 7,5 Prozent der für 2019 vorgesehenen Jahresfördermenge von Vale.

Die Behörden von Minas Gerais ziehen mit dem Lizenzentzug weitere Konsequenzen aus dem verheerenden Dammbruch im ostbrasilianischen Brumadinho vor rund zwei Wochen. Millionen Tonnen Klärschlamm aus einem stillgelegten Rückhaltebecken ergossen sich damals über die Umgebung des Bergwerks. Mindestens 150 Tote wurden bisher geborgen, für mehr als 180 Vermisste gibt es keine Hoffnung mehr.

Vale versichert, dass der Damm von Brucutu den Sicherheitsstandards entspreche und bei allen Kontrollen als sicher eingestuft worden sei. Der Konzern hatte auch nach der Katastrophe von Brumhadino darauf hingewiesen, dass der Damm im September eine Überprüfung durch den TÜV Süd ohne größere Beanstandungen überstanden habe.

Wie die brasilianische Nachrichtenagentur GI am Mittwoch berichtete, hatte der Konzern allerdings zwei Tage vor dem verheerenden Bruch Unregelmäßigkeiten in den Daten der Sensoren entdeckt, die die Stabilität des Damms überwachen sollten. Dies gehe aus beschlagnahmten E-Mails des Unternehmen hervor. Um welche Probleme es sich handelte, blieb zunächst offen.


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