06.02.2019, 18:10 Uhr

Washington (AFP) USA sehen sich weiterhin in Führungsrolle im Kampf gegen den IS

Pompeo bei der  Anti-IS-Konferenz in Washington. Quelle: AFP/Jim WATSON (Foto: AFP/Jim WATSON)Pompeo bei der Anti-IS-Konferenz in Washington. Quelle: AFP/Jim WATSON (Foto: AFP/Jim WATSON)

Konferenz in Washington berät über Vorgehen gegen Dschihadistenmiliz

Im weltweiten Kampf gegen die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) sehen sich die USA ungeachtet ihres angekündigten Truppenabzugs aus Syrien weiterhin in der Führungsrolle. Sein Land werde diesen Kampf weiterhin anführen und jenen, "die uns zerstören wollen, keine Chance geben", versicherte US-Außenminister Mike Pompeo am Mittwoch bei einer Anti-IS-Konferenz in Washington.

Pompeo sagte, dass die Dschihadistenmiliz nach wie vor eine "Bedrohung" darstelle, obwohl sie fast die gesamten von ihr kontrollierten Gebiete im Irak und in Syrien verloren habe. Der von US-Präsident Donald Trump angekündigte Truppenabzug bedeute "nicht das Ende des Kampfes". Doch werde dieser Kampf gegen den IS "nicht unbedingt in erster Linie militärisch" sein, erläuterte der Chefdiplomat. Die "Art des Kampfs" sei "dabei, sich zu ändern".

Trump wollte später bei der Konferenz von 74 Staaten und fünf überstaatlichen Organisationen selber das Wort ergreifen. Er hatte im Dezember den vollständigen Abzug der rund 2000 in Syrien stationierten US-Soldaten angekündigt und damit Entsetzen bei Verbündeten wie auch teilweise im eigenen politischen Lager ausgelöst.

Der US-Präsident begründete den Schritt damals damit, dass der Kampf gegen den IS "gewonnen" sei - US-Verteidigungsminister Jim Mattis trat aus Protest zurück. Seither hat Trump seine Ankündigung zum Truppenabzug allerdings stark relativiert. In seiner Rede zur Lage der Nation in der Nacht zum Mittwoch bekräftigte er gleichwohl seine generelle Postion, dass die USA nicht in "endlose Kriege" verwickelt sein dürften.

Bei der Anti-IS-Konferenz wurde Deutschland durch Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) vertreten. Er sicherte dabei nach Angaben seines Ministeriums weitere deutsche Hilfen bei der Stabilisierung des Irak zu. Dies sei notwendig, um ein "Wiedererstarken des IS zu verhindern".

In einem parallel zu der Tagung veröffentlichten UN-Bericht wird konstatiert, dass der IS nach wie vor die derzeit "bedeutendste" terroristische Bedrohung darstelle. Die Miliz sei in Syrien noch nicht besiegt.

In dem Bürgerkriegsland sowie im benachbarten Irak habe der IS weiterhin zwischen 14.000 und 18.000 Kämpfer, darunter bis zu 3000 Ausländer, heißt es in dem von Experten für die Überwachung von Sanktionen erstellten Report. Die Miliz habe ihre "Entschlossenheit" zum Widerstand und ihre "Befähigung zum Gegenangriff" unter Beweis gestellt, warnen sie.


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