06.02.2019, 09:03 Uhr

Caracas (AFP) Opposition: Venezolanische Armee blockiert Hilfslieferungen

Blockierte Tienditas-Brücke. Quelle: AFP/STR (Foto: AFP/STR)Blockierte Tienditas-Brücke. Quelle: AFP/STR (Foto: AFP/STR)

Grenzübergang versperrt - Trump bekräftigt Unterstützung für Guaidó

Vor einer geplanten internationalen Hilfslieferung haben venezolanische Soldaten nach Oppositionsangaben einen Grenzübergang zu Kolumbien blockiert. Ein Tanklastwagen und ein riesiger Container versperrten am Dienstag die Tienditas-Brücke zwischen den Nachbarstaaten, wie Journalisten der Nachrichtenagentur AFP berichteten. US-Präsident Donald Trump bekräftigte derweil seine Unterstützung für den selbsternannten venezolanischen Übergangspräsidenten Juan Guaidó.

Der oppositionelle Abgeordnete Franklyn Duarte sagte, der Übergang zwischen der venezolanischen Stadt Ureña und der kolumbianischen Stadt Cúcuta werde von Angehörigen der venezolanischen Streitkräfte blockiert. Die Brücke galt als eine mögliche Route für die Lieferung von Hilfsgütern in den Krisenstaat.

Die geplante humanitäre Hilfe war von Guaidó koordiniert worden. Er will damit den Druck auf seinen Rivalen Nicolás Maduro aufrechterhalten. Für den amtierenden Staatschef sind die Hilfsangebote aus dem Ausland eine weitere Provokation. Er bezeichnete die geplanten Lieferungen als Vorwand, um den Boden für eine von den USA angeführte Militärinvasion zu bereiten.

In Venezuela herrscht als Folge der politischen und wirtschaftlichen Krise ein extremer Mangel an Nahrungsmitteln und Medikamenten. Nach Angaben Guaidós sind bis zu 300.000 Menschen in dem Land vom Tod bedroht. Der oppositionelle Abgeordnete Miguel Pizarro warnte die Armee davor, eine "rote Linie" zu überschreiten, wenn sie die Lieferung von Medikamenten und Essen verhindere.

Maduro war bei der Präsidentenwahl im Mai 2018 im Amt bestätigt worden, die Abstimmung wurde jedoch von massiven Fälschungsvorwürfen überschattet. Guaidó erklärte sich daher im Januar selbst zum Übergangspräsidenten.

Die USA hatten Guaidó als erste Nation anerkannt. US-Präsident Trump bekräftigte am Dienstagabend in seiner Rede zur Lage der Nation seine Rückendeckung für den Oppositionsführer. "Wir unterstützen das venezolanische Volk in seinem edlen Streben nach Freiheit", sagte Trump. Er verurteilte die "Brutalität des Maduro-Regimes", das Venezuela "in extreme Armut und Hoffnungslosigkeit" gestürzt habe.

Inzwischen haben sich etwa 40 Länder hinter Guaidó gestellt. Am Montag hatten auch Deutschland und eine Reihe anderer EU-Staaten Maduro die Legitimität abgesprochen, nachdem dieser ein Ultimatum zu neuen Präsidentschaftswahlen hatte verstreichen lassen. Angesichts des wachsenden Drucks bat Maduro sogar Papst Franziskus, im Machtkampf in Venezuela zu vermitteln. Das Oberhaupt der Katholiken erklärte am Dienstag, beide Seiten müssten dazu bereit sein.

Seit Beginn der jüngsten Unruhen am 21. Januar wurden in Venezuela nach UN-Angaben rund 40 Menschen im Zusammenhang mit den Protesten getötet. Laut der Menschenrechtsorganisation Foro Penal wurden außerdem fast tausende Menschen festgenommen. Die nächste Großkundgebung der Opposition ist für den kommenden Dienstag geplant.


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