04.02.2019, 13:52 Uhr

Dresden (AFP) Rechtsterroristin Zschäpe aus Bayern in Haftanstalt nach Chemnitz verlegt

Beate Zschäpe während ihres Prozesses im OLG München. Quelle: dpa/AFP/Archiv/Peter Kneffel (Foto: dpa/AFP/Archiv/Peter Kneffel)Beate Zschäpe während ihres Prozesses im OLG München. Quelle: dpa/AFP/Archiv/Peter Kneffel (Foto: dpa/AFP/Archiv/Peter Kneffel)

JVA: Zschäpe bekommt keine besondere Behandlung

Rund sieben Monate nach Ende des NSU-Prozesses in München ist die Rechtsterroristin Beate Zschäpe in eine Haftanstalt nach Chemnitz verlegt worden. Wie die JVA Chemnitz mitteilte, wurde Zschäpe am Montag aus München nach Sachsen gebracht. Der Transport sei "reibungslos" verlaufen. JVA-Leiterin Eike König-Bender sagte, Zschäpe sei ganz "normal untergebracht". Einen Hochsicherheitstrakt gibt es in Chemnitz nicht.

Bayern und Sachsen hatten sich seit Ende vergangenen Jahres über die geplante Verlegung abgestimmt. Da Zschäpes Urteil noch nicht rechtskräftig ist, konnte sie unter Zustimmung des Oberlandesgerichts (OLG) München und im Einvernehmen der Justizbehörden in Bayern und Sachsen verlegt werden.

Zschäpe ist in Chemnitz nach Angaben der JVA-Leiterin in einem Einzelhaftraum untergebracht. Eine Trennung innerhalb der Anstalt sei nur von Gefangenen angeordnet, die wegen Bildung einer terroristischen Vereinigung "mit rechtsgerichtetem, terroristischen Hintergrund strafrechtlich verfolgt werden oder verurteilt wurden".

"Im Übrigen nimmt Frau Zschäpe an den Tagesabläufen ihrer Station des Untersuchungshaftvollzuges normal teil", erklärte König-Bender. Eine besondere Behandlung im Vergleich zu anderen Gefangenen sei "nicht vorgesehen".

In Chemnitz werden weibliche Gefangene, die vor ihrer Inhaftierung in Sachsen lebten, untergebracht sowie weibliche Gefangene mit Bindungen nach Thüringen, die eine heimatnahe Unterbringung beantragen. Zschäpe stammt aus dem thüringischen Jena und lebte bis zur Selbstenttarnung des rechtsextremen Nationalsozialistischen Untergrund (NSU) jahrelang unerkannt im sächsischen Zwickau.

Der NSU-Prozess gegen Zschäpe und vier Helfer der rechtsextremen Zelle vor dem OLG München war im vergangenen Juli nach gut fünf Jahren zu Ende gegangen. Von den Verurteilten sitzt nur noch Zschäpe in Haft. Sie war für die NSU-Tatserie mit insgesamt zehn Toten und dutzenden Verletzten zu einer lebenslangen Haftstrafe mit Feststellung der besonderen Schwere der Schuld verurteilt worden.


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