01.02.2019, 13:47 Uhr

Berlin (AFP) Bund will nach Pannen neue Regierungsmaschine anschaffen

Bund kauft nach Pannen neue Regierungsmaschine . Quelle: AFP/Archiv/OLI SCARFF (Foto: AFP/Archiv/OLI SCARFF)Bund kauft nach Pannen neue Regierungsmaschine . Quelle: AFP/Archiv/OLI SCARFF (Foto: AFP/Archiv/OLI SCARFF)

A350 soll ab Ende 2020 zur Verfügung stehen

Nach den jüngsten Pannen mit Regierungsflugzeugen will das Bundesverteidigungsministerium möglichst schnell eine neue Maschine anschaffen. Ministeriumssprecher Jens Flosdorff bestätigte am Freitag, es solle kurzfristig ein weiteres Langstreckenflugzeug beschafft werden. Mittelfristig sollten auch die beiden "in die Jahre gekommenen" A340 der Flugbereitschaft ersetzt werden.

Der "Spiegel" hatte zuvor von Planungen berichtet, schon Ende 2019 einen Airbus-Langstreckenjet vom Typ A350 direkt vom Hersteller zu kaufen. Der neue Jet werde ohne die für Regierungsflieger übliche VIP-Ausstattung rund 150 Millionen Euro kosten und könnte die Regierungsflotte schon ab Ende 2020 entlasten. Würde das Flugzeug wie bisher mit Schlaf- und Besprechungskabinen ausgerüstet, würde dies noch etwa ein Jahr mehr in Anspruch nehmen, berichtete das Magazin.

Ministeriumssprecher Flosdorff sagte, ob die besondere Ausstattung eingebaut werde, sei abhängig von den Angeboten.

Dem "Spiegel" zufolge sehen die Pläne, die kürzlich von Rüstungsstaatssekretär Benedikt Zimmer gezeichnet wurden, für die kommenden Jahre den Kauf von insgesamt drei neuen A350 zur Modernisierung der Regierungsflotte vor. Sobald die Jets verfügbar sind, sollten die gut 20 Jahre alten A340 "Konrad Adenauer" und "Theodor Heuss" nach und nach ausgemustert werden. Im Gegensatz zu den A350 hatte die Bundeswehr diese Jets gebraucht von der Lufthansa erworben.

Die Bundeswehr hofft durch den Kauf der neuen A350-Modelle, dass diese weniger anfällig für Pannen sind. In einem vertraulichen Statusbericht aus diesem Monat heißt es laut "Spiegel", die Flugbereitschaft sei mit den aktuellen Politiker-Flügen "ausgelastet", die Aufträge könnten "aktuell noch knapp bedient werden".

Der A350 ist eines der modernsten Verkehrsflugzeuge. Der zweistrahlige Jet hat eine durchschnittliche Reichweite von 15.000 Kilometern.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hatte am Mittwoch mit seinem A340 "Theodor Heuss" vorübergehend in Äthiopien festgesessen. Als Grund wurde ein "Druckluftproblem" genannt. Erst mit rund dreistündiger Verspätung konnte Steinmeier schließlich am Nachmittag mit dem Regierungsflieger abheben.

Im Dezember hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bei der Anreise zum G20-Gipfel in Buenos Aires wegen eines Totalausfalls des Funksystems umkehren müssen. Sie musste auf eine Linienmaschine umsteigen und traf mit einer stark verkleinerten Delegation erst mit großer Verspätung bei dem Treffen der Staats- und Regierungschefs in Argentinien ein.

Der FDP-Haushaltsexperte Karsten Klein erklärte: "Die Entscheidung, neue Flugzeuge zu beschaffen, kommt Jahre zu spät." Der Schaden für Deutschlands Ansehen durch die Flugausfälle der Flugbereitschaft "wird uns noch lange anhängen". Daher begrüße er die nun anstehenden Neuanschaffungen. Die Bundesregierung müsse auch gewährleisten, dass genügend Flugpersonal bereitstehe. "Denn auch nicht einsatzbereites Personal hat in der Vergangenheit zu Verzögerungen geführt", so Klein.


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