01.02.2019, 11:13 Uhr

Frankfurt/Main (AFP) Deutsche Bank erzielt ersten Jahresgewinn seit 2014

Zentrale der Deutschen Bank. Quelle: dpa/AFP/Archiv/Andreas Arnold (Foto: dpa/AFP/Archiv/Andreas Arnold)Zentrale der Deutschen Bank. Quelle: dpa/AFP/Archiv/Andreas Arnold (Foto: dpa/AFP/Archiv/Andreas Arnold)

EZB stellt für mögliche Fusion mit Commerzbank offenbar Bedingungen

Die Deutsche Bank schreibt wieder schwarze Zahlen: Trotz Verlusten im vierten Quartal verbuchte das größte deutsche Finanzinstitut für das vergangene Jahr erstmals seit 2014 wieder einen Gewinn. Für eine mögliche Fusion mit der Commerzbank stellt die Europäische Zentralbank (EZB) laut einem Medienbericht indes Bedingungen.

2018 summierte sich der auf Anteilseigner entfallende Gewinn nach Steuern auf 267 Millionen Euro, wie die Deutsche Bank am Freitag mitteilte. 2017 war es noch ein Minus von 751 Millionen Euro gewesen.

Im vierten Quartal des vergangenen Jahres fuhr die Deutsche Bank jedoch einen Nettoverlust von 425 Millionen Euro ein. Das Unternehmen machte unter anderem ein "herausforderndes Marktumfeld" sowie "negative Nachrichten" zur Deutschen Bank für die Zahlen verantwortlich.

Die Rückkehr in die Gewinnzone im Gesamtjahr zeige nun allerdings, "dass die Deutsche Bank auf dem richtigen Weg ist", betonte Vorstandschef Christian Sewing. 2019 würden nun die Kosten weiter gesenkt, gleichzeitig werde "gezielt in Wachstum investiert".

Sewing hatte den Chefposten bei der Deutschen Bank erst im April vom Briten John Cryan übernommen. Wenige Wochen später kündigte er an, das Geschäftsmodell der Bank auf solidere Füße stellen und dafür das schwankungsanfällige Investmentbanking schrumpfen zu wollen. Stattdessen solle sich das Geldhaus künftig vor allem auf das Privat- und Firmenkundengeschäft in Europa besinnen. Im Zuge dessen wurde auch ein Stellenabbau angekündigt.

Wie die Bank nun mitteilte konnten die Kosten 2018 um fünf Prozent auf 22,8 Milliarden Euro gesenkt werden. Außerdem reduzierte die Bank die Zahl ihrer Vollzeitstellen auf rund 91.700 Jobs, bis Ende dieses Jahres sollen es sogar "deutlich unter 90.000" werden.

Die Überlegungen für eine mögliche Fusion von Deutscher Bank und Commerzbank beschäftigen der "Süddeutschen Zeitung" zufolge mittlerweile auch die Bankenaufsicht der EZB. Die Behörde habe beiden Kreditinstituten eine Reihe von Bedingungen gestellt, die erfüllt sein müssten, um den Zusammenschluss zu genehmigen, berichtete die Zeitung am Freitag unter Berufung auf Aufsichtsratskreise.

Die neue Großbank müsse "rentabel" sein, fordern demnach die Aufseher. Das sei nach derzeitigem Zustand der beiden Kreditinstitute noch nicht der Fall. Außerdem müssten die Aktionäre eventuell zusätzliches Kapital bereitstellen. Ob sich eine Fusion umsetzen ließe, hinge auch von den Finanzmärkten ab. Eine Börsenunruhe mit Spekulationen gegen den Bankensektor könne das Vorhaben zum Scheitern bringen, hieß es. Die EZB wollte sich der Zeitung zufolge nicht dazu äußern.

Über einen baldigen Zusammenschluss der beiden Institute wird seit längerem spekuliert. Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) hatte im vergangenen Jahr beklagt, hiesige Banken hätten nicht mehr die "Größenordnung und die Globalität", die notwendig sei, um Unternehmen bei ihren Geschäften weltweit zu begleiten. Das sei aber besonders für die exportorientierte deutsche Industrie von Nachteil.

Einen Eingriff der Politik fürchtet Bankchef Sewing in dieser Frage aber nicht. Er begrüße, "dass wir ein Finanzministerium haben, das sich um den Finanzstandort Deutschland wirklich kümmert - sich Gedanken macht", sagte er dem Sender n-tv. Es sei "wichtig, dass wir einen starken Finanzstandort haben und ich glaube, das Finanzministerium versteht das auch." Ansonsten sehe er "überhaupt kein Eingreifen".


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