01.02.2019, 12:21 Uhr

Los Angeles (AFP) US-Beamten gelingt an Grenze zu Mexiko Rekordfund von Fentanyl


Missbrauch des starken Schmerzmittels trägt zur Opioid-Krise in den USA bei

An der Grenze zu Mexiko ist den US-Behörden ein Rekordfund der gefährlichen Droge Fentanyl gelungen. Wie die US-Zoll- und Grenzschutzbehörde (CBP) am Donnerstag mitteilte, waren 115 Kilogramm der synthetische Droge in einem Geheimfach in einem Sattelschlepper versteckt. Das sehr starke Opioid Fentanyl ist eigentlich ein Schmerzmittel, hat sich aber in den USA zur Droge mit den meisten tödlichen Überdosen entwickelt.

"Das ist der größte Fund von Fentanyl in der Geschichte der CBP", erklärte der Leiter des US-Zolls in Nogales, Michael Humphries. Vermutlich hat bislang auch keine andere US-Behörde auf einen Schlag mehr Fentanyl entdeckt. In dem Sattelschlepper wurden zudem 179 Kilogramm der ebenfalls synthetisch hergestellten Droge Crystal Meth entdeckt.

Lob kam von US-Präsident Donald Trump. "Unseren großartigen US-Zollbeamten ist die größte Fentanyl-Beschlagnahme in der Geschichte unseres Landes gelungen", schrieb er im Kurzbotschaftendienst Twitter und dankte den Beamten.

Fentanyl ist 80 bis 100 Mal stärker als Morphium. Schon ein Viertelgramm kann tödlich wirken. 2016 starben in den USA laut offizieller Statistik etwa 18.000 Menschen an einer Überdosis Fentanyl, bei Heroin waren es 16.000 Todesopfer. 2011 hatte Fentanyl mit 1662 Toten noch den zehnten Platz in der Rangliste der tödlichen Drogen belegt.

Fentanyl hat als billige Alternative zu Heroin und verschreibungspflichtigen Opioiden an Bedeutung gewonnen. Nach Angaben des US-Heimatschutzministeriums hat sich die Menge des an der südlichen Grenze der USA beschlagnahmten Fentanyls vergangenes Jahr mehr als verdoppelt. Wegen des verbreiteten Opioid-Missbrauchs hatte Trump bereits im Oktober 2017 den Gesundheitsnotstand ausgerufen. "Wir können die Generation sein, die die Opioid-Epidemie beendet", sagte er damals.

Der US-Präsident führt den Kampf gegen den Drogenhandel als einen wichtigen Grund für seine umstrittenen Pläne einer Mauer an der Grenze zu Mexiko an. Allerdings halten Experten eine Mauer keineswegs für geeignet, die Drogenschwemme einzudämmen. Die Drogen werden meist über die offiziellen Grenzstationen in Autos oder Lastwagen geschmuggelt, versteckt etwa in geheimen Fächern oder zwischen legaler Ware.

Das war auch bei dem Rekord-Fentanyl-Fund der Fall. Nach Angaben der Behörden wurde zunächst durch eine "nicht-invasive" Inspektion - gemeint sind in der Regel riesige Röntgen-Scanner - der geheime Hohlraum im Sattelschlepper entdeckt. Dann schlugen bei einer näheren Untersuchung Drogenhunde an.


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