31.01.2019, 12:36 Uhr

Islamabad (AFP) Außenministerium: Freigesprochene Christin Asia Bibi ist weiterhin in Pakistan

Ende Oktober wurde Todesurteil gegen Bibi aufgehoben. Quelle: British Pakistani Christian Association/AFP/Archiv/Handout (Foto: British Pakistani Christian Association/AFP/Archiv/Handout)Ende Oktober wurde Todesurteil gegen Bibi aufgehoben. Quelle: British Pakistani Christian Association/AFP/Archiv/Handout (Foto: British Pakistani Christian Association/AFP/Archiv/Handout)

Töchter der wegen Blasphemie Verfolgten sollen bereits in Kanada sein

Nach der Bestätigung ihres Freispruchs befindet sich die Christin Asia Bibi weiter in Pakistan. "Sie ist eine freie Bürgerin", sagte ein Sprecher des Außenministeriums am Donnerstag in Islamabad. "Wenn sie in Pakistan leben will, kann sie in Pakistan leben. Wenn sie ins Ausland reisen will, kann sie dies tun." Es gebe keinerlei Beschränkungen. Ihre Töchter sollen bereits nach Kanada ausgereist sein.

Das Oberste Gericht hatte am Dienstag einen Berufungsantrag gegen Asia Bibis Freispruch für unzulässig erklärt. Am Mittwoch blieben Proteste radikaler Muslime gegen die Entscheidung angesichts eines großen Sicherheitsaufgebots friedlich.

Islamisten hatten den Berufungsantrag eingereicht, nachdem ein Gericht ein im Jahr 2010 verhängtes Todesurteil wegen Gotteslästerung gegen Bibi aufgehoben hatte. Rund neun Jahre saß sie im Gefängnis.

Unterstützer verlangten eine sofortige Ausreiseerlaubnis, weil die 51-jährige Christin in ihrem Heimatland nach wie vor in Gefahr ist. Die Regierung weigert sich, ihren Aufenthaltsort bekannt zu geben, islamistische Extremisten fordern ihren Tod.

Der Fall Bibi reicht in das Jahr 2009 zurück. Damals wurde der fünffachen Mutter vorgeworfen, sich bei einem Streit mit muslimischen Frauen in ihrem Dorf in der Provinz Punjab abfällig über den Propheten Mohammed geäußert zu haben. Bibi wies die Vorwürfe gegen sie stets zurück.

Blasphemie kann im streng konservativ-islamischen Pakistan mit dem Tod bestraft werden. Dutzende Menschen verbüßen dort wegen entsprechender Anschuldigungen nach Schätzungen eines US-Ausschusses zur Religionsfreiheit lebenslange Gefängnisstrafen oder warten auf ihre Hinrichtung. Besonders betroffen sind religiöse Minderheiten, insbesondere Christen. Immer wieder kommt es auch zu Lynchmorden.


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