30.01.2019, 09:53 Uhr

Chicago (AFP) US-Schauspieler Smollett Opfer von rassistischem Angriff

Jussie Smollett im Juni 2017 in Los Angeles
. Quelle: GETTY IMAGES NORTH AMERICA/AFP/Alberto E. Rodriguez (Foto: GETTY IMAGES NORTH AMERICA/AFP/Alberto E. Rodriguez)Jussie Smollett im Juni 2017 in Los Angeles . Quelle: GETTY IMAGES NORTH AMERICA/AFP/Alberto E. Rodriguez (Foto: GETTY IMAGES NORTH AMERICA/AFP/Alberto E. Rodriguez)

Unbekannte schlagen auf ihn ein und legen ihm Strick um den Hals

Der offen schwule afroamerikanische US-Schauspieler Jussie Smollett ist Opfer einer homophoben und rassistischen Attacke geworden. Der 36-jährige Star der Fernsehserie "Empire" wurde am frühen Dienstagmorgen in der Innenstadt von Chicago von zwei Unbekannten angegriffen, wie die Polizei mitteilte.

Die Angreifer hätten "rassistische und homophobe Beleidigungen" gebrüllt, Smollett geschlagen und ihm einen Strick um den Hals gelegt. Zudem hätten sie ihn mit einer "unbekannten chemischen Flüssigkeit" übergossen. Der Schauspieler wurde nach der Attacke im Krankenhaus behandelt. "Wir nehmen die Ermittlungen sehr ernst und gehen von einem möglichen Hassverbrechen aus", teilte die Polizei mit.

Der Angriff löste in den USA Entsetzen aus. Die kalifornische Senatorin Kamala Harris, die für die US-Demokraten bei der Präsidentschaftswahl 2020 antreten will und eine indische Mutter und einen jamaikanischen Vater hat, sprach von einem "versuchten Lynchmord". "Niemand sollte wegen seiner Hautfarbe oder sexuellen Orientierung Angst um sein Leben haben", erklärte Harris auf Twitter.

Smolletts Kollegen sowie der Sender Fox, der die Serie um ein fiktives Hip-Hop-Label ausstrahlt, erklärten sich solidarisch. "Du hast das nicht verdient, niemand verdient es, einen Strick um den Hals zu bekommen", sagte der Autor und Produzent von "Empire", Lee Daniels, in einem Instagram-Video. "Kopf hoch Jussie", fügte er hinzu. "Dies ist bloß ein weiterer verdammter Tag in Amerika."

Aktivistengruppen wie The Trevor Project und Aclu verurteilten die Tat scharf. Homosexuelle Schwarze seien oftmals doppelt von Gewalt betroffen, erklärte Aclu. "Das ist nicht das Amerika, in dem wir leben wollen."


0 Kommentare