29.01.2019, 12:59 Uhr

Berlin (AFP) Russischer Discounter Mere eröffnet bundesweit erste Filiale in Leipzig

Russischer Discounter Mere in Leipzig. Quelle: dpa/AFP/Hendrik Schmidt (Foto: dpa/AFP/Hendrik Schmidt)Russischer Discounter Mere in Leipzig. Quelle: dpa/AFP/Hendrik Schmidt (Foto: dpa/AFP/Hendrik Schmidt)

Gewerkschaft NGG warnt vor weiterer Abwärtsspirale bei den Lebensmittelpreisen

Die Gewerkschaft NGG hat angesichts der Eröffnung des russischen Discounters Mere in Leipzig vor einer weiteren Abwärtsspirale bei den Lebensmittelpreisen gewarnt. Die Eröffnung der bundesweit ersten Filiale der sibirischen Unternehmensgruppe Torgservis am Dienstagmorgen sei ein "Alarmsignal", sagte der Vorsitzende der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG), Guido Zeitler. Wer damit werbe, die ohnehin günstigen Discounter in Deutschland noch zu unterbieten, drehe an der Abwärtsspirale.

In Leipzig hatte der Mere-Markt am Dienstag um 09.00 Uhr eröffnet. Ein Sprecher sprach von einem "extremen Andrang", schon vor der Öffnung warteten Kunden vor dem Geschäft. Der Mere-Markt, der in einer früheren Aldi-Filiale unterkam, wirbt mit dem Motto "Jeden Tag nur Tiefstpreise". Mere will nach eigenen Angaben zuerst in Ostdeutschland Fuß fassen. Der russische Discounter macht damit Ketten wie Aldi und Lidl erklärte Konkurrenz.

"Lebensmittel dürfen keine Ramschware sein", mahnte die NGG. Die Kosten für Mensch und Umwelt seien enorm, wenn die ohnehin günstige Discounterware noch einmal unterboten werden solle. Dieses Billig-Prinzip gefährde letztlich Arbeitsplätze.

Der Juniorprofessor Erik Maier von der Handelshochschule Leipzig sagte dem MDR, selbst wenn das russische Unternehmen wie laut Medien geplant hundert Filialen in Deutschland eröffnet, sei es "unmöglich, Discountern wie Aldi oder Lidl Konkurrenz zu machen". Die Margen im deutschen Lebensmittelhandel seien gering und die Marktmacht der "Platzhirsche" sei sehr groß, fuhr er fort.


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