29.01.2019, 13:51 Uhr

Berlin (AFP) Fast jeder Dritte hat schon mit dem Handy oder der Smartwatch bezahlt

Barley in Berlin. Quelle: dpa/AFP/Kay Nietfeld (Foto: dpa/AFP/Kay Nietfeld)Barley in Berlin. Quelle: dpa/AFP/Kay Nietfeld (Foto: dpa/AFP/Kay Nietfeld)

Ministerin Barley: Datensicherheit muss von Anfang an mitgedacht werden

Fast jeder dritte Verbraucher hat schon einmal mit seinem Handy oder der Smartwatch an der Kasse bezahlt - die überwiegende Mehrheit hat aber weiterhin Sicherheitsbedenken gegen das "Mobile Payment". Das ist das Ergebnis einer Bitkom-Umfrage, die der Digitalverband am Dienstag bei einer gemeinsamen Konferenz mit dem Verbraucherschutzministerium in Berlin vorstellte. Bundesministerin Katarina Barley (SPD) forderte, "Datensicherheit von Anfang an mitzudenken".

In der Bitkom-Umfrage gaben 30 Prozent der Befragten an, sie hätten schon einmal mit dem Handy oder der Smartwatch mobil an der Kasse oder einem Automaten bezahlt, 70 Prozent verneinten das. Am häufigsten (53 Prozent) zückten Verbraucher das Smartphone im Supermarkt zum Bezahlen, 34 Prozent der Befragten nutzten es auch schonmal beim Einkaufen von Mode, Technik und Möbeln. Wer mobiles Bezahlen nutzt, schätzt dabei vor allem die Zeitersparnis - 38 Prozent gaben das an.

Wer nicht mit dem Handy bezahlt, macht vor allem Sicherheitsbedenken geltend (60 Prozent). Allerdings gaben auch 28 Prozent der Befragten an, ihnen sei das Verfahren zu kompliziert. Bitkom-Präsident Achim Berg sagte, bei den Datenschutzsorgen seien die Hersteller gefordert. Zugleich müsse klar sein: Angebote wie Google Pay oder Apple Pay seien "so sicher wie eine Kreditkarte". Der Verband befragte Ende Dezember bis Anfang Januar 1005 Bundesbürger.

Justizministerin Barley, die auch für den Verbraucherschutz zuständig ist, sagte, neue Bezahlmethoden würden erst akzeptiert, wenn die Verbraucher ihnen vertrauten. Deshalb sei es Aufgabe der Wirtschaft, "gute Modelle zu entwickeln".

In einem Eckpunkte-Papier sprach sich Barleys Ministerium unter anderem für eine Haftung der Hersteller für fehlerhafte Software aus. Das Ministerium setze sich hier auf europäischer Ebene für eine Anpassung der Produkthaftungsrichtlinie ein. Nötig sei außerdem eine einheitliche Zertifizierung von IT-Produkten inklusive einer Update-Verpflichtung. Barley forderte zudem, Versicherungen für Verbraucher anzupassen, um Cyber-Risiken mit aufzunehmen.

Die Bitkom-Zahlen sind vergleichbar mit einer Studie des Verbraucherinstituts ConPolicy, das Anfang Dezember vergangenen Jahres 1000 Verbraucher befragt hatte. Dabei gaben 66,9 Prozent der Befragten an, zwar von Mobile Payment zu wissen, diese Möglichkeit aber noch nie genutzt zu haben. Rund die Hälfte der Anwender nutzte eine App der eigenen Bank zum mobilen Bezahlen.


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