27.01.2019, 22:50 Uhr

Washington (AFP) Stoltenberg: Trumps Forderungen nach höheren Militärausgaben zeigen Wirkung

Nato-Generalsekretär Stoltenberg . Quelle: AFP/Archiv/EMMANUEL DUNAND (Foto: AFP/Archiv/EMMANUEL DUNAND)Nato-Generalsekretär Stoltenberg . Quelle: AFP/Archiv/EMMANUEL DUNAND (Foto: AFP/Archiv/EMMANUEL DUNAND)

Nato-Mitglieder zahlen bis Ende 2020 100 Milliarden Dollar mehr für Verteidigung

Die regelmäßigen Beschwerden von US-Präsident Donald Trump über zu niedrige Verteidigungsausgaben der Nato-Verbündeten zeigen nach Angaben von Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg Wirkung. Diese hätten das Verteidigungsbündnis nicht geschwächt, vielmehr würden die Mitgliedstaaten bis Ende 2020 zusätzliche 100 Milliarden Dollar (88 Milliarden Euro) für die Verteidigung ausgeben, sagte Stoltenberg am Sonntag in der US-Sendung "Fox News Sunday".

"Also sehen wir einiges reales Geld und einige reale Ergebnisse", sagte Stoltenberg und fügte hinzu: "Die klare Botschaft von Präsident Trump hat Auswirkungen."

Trump reagierte umgehend auf die Äußerungen des Nato-Generalsekretärs. Stoltenberg habe "gerade erklärt, dass die Nato meinetwegen in der Lage war, deutlich mehr Geld von ihren Mitgliedern einzusammeln als je zuvor", erklärte er im Kurzbotschaftendienst Twitter.

Trump hatte die Nato vor seinem Amtsantritt 2017 als "obsolet" bezeichnet und als US-Präsident mehrfach Zweifel an der Beistandsgarantie im Fall eines Angriffs genährt. Zudem fordert er deutlich höhere Verteidigungsausgaben, vor allem von Deutschland.

Die Nato-Staaten hatten 2014 vereinbart, die Verteidigungsausgaben binnen eines Jahrzehnts "Richtung zwei Prozent" ihres jeweiligen Bruttoinlandsproduktes (BIP) zu erhöhen. Rund die Hälfte der 29 Mitgliedstaaten sind von dem Ziel jedoch noch deutlich entfernt, darunter auch Deutschland.

Stoltenberg hielt sich in den vergangenen Tagen zu Gesprächen mit US-Außenminister Mike Pompeo, dem amtierenden Verteidigungsminister Pat Shanahan und dem nationalen Sicherheitsberater John Bolton in Washington auf.


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