27.01.2019, 12:39 Uhr

Jolo (AFP) Mindestens 18 Tote bei Bombenanschlag auf Kirche im Süden der Philippinen


Dutzende Menschen im muslimischen Süden des Landes verletzt

Bei einem Bombenanschlag auf eine Kirche im mehrheitlich muslimischen Süden der Philippinen sind mindestens 18 Menschen getötet worden. Nach Militärangaben explodierte am Sonntagmorgen während des Gottesdienstes zunächst eine Bombe im Inneren der katholischen Kirche auf der Insel Jolo, eine zweite wurde kurze Zeit später inmitten herbeigeeilter Soldaten vor dem Gotteshaus gezündet.

Nach Militärangaben wurden zwölf Gottesdienstbesucher, fünf Soldaten und ein Beamter der Küstenwache getötet, 83 Menschen wurden verletzt. Polizeisprecher Graciano Mijares gab die Zahl der Todesopfer mit 20 an, die zunächst genannte Zahl von 27 Toten korrigierte er.

Zu der Tat bekannte sich zunächst niemand. Das Militär ging von einem terroristisch motivierten Anschlag aus. Auf Jolo ist die militante Islamistengruppe Abu Sayyaf aktiv, die bereits zahlreiche Bombenanschläge verübte und immer wieder auch Ausländer entführt.

Präsidentensprecher Salvador Panelo kündigte an, die Schuldigen für das "abnorme Verbrechen" würden zu Verantwortung gezogen: "Das Gesetz wird ihnen keine Gnade gewähren."

Jolo liegt im mehrheitlich muslimischen Süden der Philippinen. In einem Referendum hatte die Bevölkerung der Region vor einer Woche mit großer Mehrheit für die Einrichtung einer neuen Autonomieregion gestimmt.

Das Referendum hatte Hoffnung auf einen Frieden in der Region geweckt, wo in den vergangenen Jahrzehnten bei Kämpfen mit militanten Muslim-Rebellen rund 150.000 Menschen getötet wurden. In der Provinz Sulu, zu der Jolo gehört, hatten die Wähler allerdings mehrheitlich gegen die Autonomieregion gestimmt.


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