27.01.2019, 00:24 Uhr

Jonesborough (AFP) Demonstranten errichten in Protestaktion Mauer an nordirischer Grenze

Protestaktion gegen harten Brexit. Quelle: AFP/Paul FAITH (Foto: AFP/Paul FAITH)Protestaktion gegen harten Brexit. Quelle: AFP/Paul FAITH (Foto: AFP/Paul FAITH)

Aktion gegen drohenden harten Brexit

In einer Protestaktion gegen den Brexit haben Demonstranten am Samstag eine Grenzstraße zwischen dem EU-Mitglied Irland und der britischen Provinz Nordirland geschlossen und eine Grenzanlage mit Militärkontrollen nachgestellt. Die Teilnehmer errichteten eine Betonmauer, eine Zollstation und einen Wachturm mit Männern, die als britische Soldaten verkleidet waren.

Ziel der Aktion war es, auf mögliche gewaltsame Unruhen aufmerksam zu machen, die ein ungeordneter Brexit für die nach wie vor instabile Region zur Folge haben könnte. "Dies ist eine sichtbare Darstellung des Potenzials für das schlimmste Szenario", sagte Veranstalter Tom Murray.

Nach einem Protestmarsch riefen die aus dem Grenzgebiet stammenden Teilnehmer das Parlament in London auf, die Rückkehr zu einer festen Grenze zwischen Irland und Nordirland zu vermeiden. Anschließend rissen sie die zuvor für die Protestaktion errichtete Mauer ein.

Das britische Unterhaus hatte Mitte Januar gegen den zwischen London und der EU ausgehandelten Brexitvertrag gestimmt. Bei den Brexit-Hardlinern ist die künftige Grenzregelung zwischen Irland und Nordirland besonders umstritten.

Im Falle eines Brexits ohne Abkommen droht die Wiedereinführung von Grenzkontrollen. Irland will eine "harte Grenze" verhindern, auch um das Karfreitagsabkommen von 1998 zu schützen. Das Abkommen hatte den jahrzehntelangen Konflikt zwischen irisch-katholischen Nationalisten und protestantischen Loyalisten mit mehr als 3600 Toten beendet. Wesentlicher Bestandteil ist eine Grenze ohne Kontrollen zu Irland.


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