26.01.2019, 14:07 Uhr

Rom (AFP) Save the Children fordert Aufnahme von 47 Migranten an Bord der "SeaWatch3"

"Sea Watch 3" hat 47 Migranten aus Seenot gerettet. Quelle: AFP/FEDERICO SCOPPA (Foto: AFP/FEDERICO SCOPPA)"Sea Watch 3" hat 47 Migranten aus Seenot gerettet. Quelle: AFP/FEDERICO SCOPPA (Foto: AFP/FEDERICO SCOPPA)

Anwohner der italienischen Stadt Syrakus solidarisieren sich mit Geretteten

Aktivisten und Anwohner haben Italien im Streit um die Aufnahme von 47 aus Seenot geretteten Migranten vor der sizilianischen Küste zum Handeln aufgerufen. "Diese jungen Menschen haben genug Gewalt und Missbrauch während ihrer Reise nach Italien erlitten und sind besonders verletzlich", erklärt die Nichtregierungsorganisation Save the Children am Samstag.

Das Rettungsschiff der deutschen Hilfsorganisation Sea-Watch, das die Einwanderer und Asylsuchenden vor einer Woche vor der libyschen Küste aufgenommen hatte, hatte wegen eines drohenden Sturmtiefs am Freitag einen Ankerplatz in Sichtweite der Küstenstadt Syrakus zugewiesen bekommen. Die "SeaWatch3" darf aber keinen italienischen Hafen anfahren. Eine Ärztin an Bord der "SeaWatch3" verwies auf die prekäre Lage auf dem Schiff. Die Migranten seien seit drei Tagen starkem Wind und Regen ausgesetzt. Sie seien nass und es gebe nicht genügend Platz für die jungen Menschen an Bord.

Dutzende Anwohner von Syrakus versammelten sich am Samstag zu einer Solidaritätskundgebung auf einem Strand, von wo aus der Liegeplatz des Schiffs zu sehen war. Örtliche Verbände und Gewerkschaften riefen dazu auf, die Flüchtlinge willkommen zu heißen. Mehrere Einwohner hängten Bettlaken mit der Parole "Lasst sie von Bord gehen" an ihre Balkone. Der Bürgermeister von Syrakus, Francesco Italia, hatte sich am Freitag zur Aufnahme der Flüchtlinge bereit erklärt.

Italiens Innenminister Matteo Salvini von der rassistischen Lega-Partei bekräftigte aber seine ablehnende Haltung. "Ich werde meine Meinung nicht ändern. Italienische Häfen sind und bleiben für Menschenhändler und ihre Komplizen geschlossen", sagte der Vize-Regierungschef. Die populistische Regierung in Rom verfolgt eine restriktive Flüchtlingspolitik und verweigert Flüchtlingsbooten von Hilfsorganisationen seit ihrem Amtsantritt im Sommer die Einfahrt in italienische Häfen.


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