25.01.2019, 20:07 Uhr

Rio de Janeiro (AFP) Rund 200 Vermisste nach Dammbruch in Brasilien

Luftaufnahme des Katastrophengebiets . Quelle: Minas Gerais Fire Department/AFP/HO (Foto: Minas Gerais Fire Department/AFP/HO)Luftaufnahme des Katastrophengebiets . Quelle: Minas Gerais Fire Department/AFP/HO (Foto: Minas Gerais Fire Department/AFP/HO)

Schlammlawine begräbt mehrere Häuser unter sich

Nach einem Dammbruch im Südosten Brasiliens werden rund 200 Menschen vermisst. Dies teilte die Feuerwehr am Freitag mit, nachdem eine Schlammlawine mehrere Häuser unter sich begraben hatte. Zunächst hatte die Feuerwehr von "mehreren Toten" in der Kleinstadt Brumadinho im Bundesstaat Minas Gerais gesprochen. Da der Rettungseinsatz noch andauere, gebe es zunächst keine genaue Opferzahl, hieß es.

Der Damm gehört dem größten brasilianischen Bergbauunternehmen Vale. Der Eisenerzriese bestätigte den Dammbruch und erklärte, am wichtigsten sei, das Leben von Angestellten und Anwohnern zu retten. Einige Häuser steckten bis zum Dach im Schlamm, wie auf Fernsehbildern zu sehen war.

Die Besatzung eines Rettungshubschraubers versuchte, zwei Menschen, die bis zum Bauch im Schlamm steckten, zu befreien. Auf einem Video war zu sehen, wie die Schlammlawine eine Straße überflutete und bis zum Fluss Parapoeba gelangte.

Die 39.000-Einwohner-Stadt Brumadinho liegt rund 60 Kilometer südwestlich von Belo Horizonte im Südosten Brasiliens. Die Stadtverwaltung gab eine Warnmeldung heraus und forderte die Anwohner auf, sich von den Ufern des Parapoeba fernzuhalten. Bewohner tiefliegender Gebiete wurden aus ihren Häusern in Sicherheit gebracht, wie Vertreter des Zivilschutzes sagten.

Umweltminister Ricardo Salles sagte der Internetseite G1, ein Notfallteam der Umweltbehörde Ibama sei unterwegs ins Katastrophengebiet. Fünf Hubschrauber wurden losgeschickt, um nach Überlebenden zu suchen und das Ausmaß der Zerstörungen zu beurteilen. Außerdem sei ein Krisenstab gebildet worden.

Das Unglück erinnert an eine Giftschlammkatastrophe im November 2015. Nahe der Stadt Mariana in Minas Gerais war damals der Damm eines Klärbeckens mit giftigen Stoffen aus der Bergbauindustrie gebrochen. Die Schlammlawine begrub das Bergarbeiterdorf Bento Rodrigues unter sich. 19 Menschen wurden getötet.

Die Giftstoffe waren damals auch in den Fluss Río Doce und später in den 650 Kilometer entfernten Atlantik gelangt. Tausende Tiere verendeten, hunderttausende Menschen hatten kein sauberes Trinkwasser mehr. Nach Angaben der Regierung handelt es sich um die größte Umweltkatastrophe in der Geschichte des südamerikanischen Landes.


0 Kommentare