24.01.2019, 15:41 Uhr

Athen (AFP) Griechisches Parlament verschiebt Abstimmung über Umbenennung Mazedoniens

Griechisches Parlament. Quelle: AFP/ANGELOS TZORTZINIS (Foto: AFP/ANGELOS TZORTZINIS)Griechisches Parlament. Quelle: AFP/ANGELOS TZORTZINIS (Foto: AFP/ANGELOS TZORTZINIS)

Große Zahl von Abgeordneten will zum Thema sprechen

Das griechische Parlament hat die für den späten Donnerstagabend geplante Abstimmung über das umstrittene Abkommen zur Umbenennung Mazedoniens verschoben. Das Votum über den neuen Namen "Republik Nordmazedonien" solle nun ab Freitagmittag stattfinden, teilte der Parlamentsvorsitz mit.

Als Grund für die Verschiebung wurde die große Zahl der Abgeordneten genannt, die vor der Abstimmung zu dem Thema sprechen wollten. Ministerpräsident Alexis Tsipras, der für die Umbenennung ist, verfügt im Parlament über keine eigene Mehrheit mehr.

Der Namensstreit belastet die Beziehungen zwischen Griechenland und seinem nördlichen Nachbarn schon seit fast drei Jahrzehnten. Der Konflikt reicht ins Jahr 1991 zurück, als die ehemalige jugoslawische Teilrepublik ihre Unabhängigkeit erklärte und für sich den Namen Mazedonien wählte. Aus Sicht Griechenlands ist der Name Mazedonien jedoch Teil des griechischen Nationalerbes und suggeriert einen Anspruch auf die nordgriechische Provinz Makedonien.

Athen blockierte mit seiner Haltung die Beitrittsgespräche Skopjes mit der Europäischen Union und der Nato-Militärallianz. Wegen des schwelenden Konflikts wird Mazedonien bei der UNO bis jetzt mit dem sperrigen Namen Ehemalige Jugoslawische Republik Mazedonien (FYROM) geführt.

Im vergangenen Juni hatten sich beide Länder auf den Namen Nordmazedonien geeinigt. Damit die Änderung in Kraft tritt, müssen die Parlamente beider Länder zustimmen. Mazedoniens Parlament hatte der Verfassungsänderung für die Umbenennung am 11. Januar zugestimmt. Die griechische Regierung rechnet trotz des Widerstands einer Reihe von Parteien damit, dass mehr als die nötigen 151 Stimmen zusammenkommen.

Am Sonntag hatten zehntausende Menschen vor dem Parlamentsgebäude in Athen gegen die zwischen den beiden Nachbarländern getroffene Vereinbarung demonstriert.


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