24.01.2019, 14:31 Uhr

Washington (AFP) US-Luftfahrtpersonal warnt vor Folgen von Etatsperre für Flugsicherheit

Ein Fluglotse am internationalen Flughafen von Miami. Quelle: GETTY IMAGES NORTH AMERICA/AFP/Archiv/JOE RAEDLE (Foto: GETTY IMAGES NORTH AMERICA/AFP/Archiv/JOE RAEDLE)Ein Fluglotse am internationalen Flughafen von Miami. Quelle: GETTY IMAGES NORTH AMERICA/AFP/Archiv/JOE RAEDLE (Foto: GETTY IMAGES NORTH AMERICA/AFP/Archiv/JOE RAEDLE)

Gewerkschaften: Zu wenige Fluglotsen im Einsatz

Vor dramatischen Folgen der Haushaltssperre in den USA für die Sicherheit im Flugverkehr haben Gewerkschaften des US-Flugpersonals gewarnt. Sie seien in zunehmendem Maße besorgt um die Sicherheit der Beschäftigten, der Fluglinien und der Passagiere, erklärten die Gewerkschaften der Fluglotsen (NATCA), Piloten (Alpa) und Flugbegleiter (AFA) in einem gemeinsamen Statement am Mittwochabend (Ortszeit). Sie beklagten, dass es unter anderem in der Flugverkehrskontrolle derzeit zu wenig Personal gebe.

Das Sicherheitsrisiko lasse sich "nicht einmal abschätzen" und sei "beispiellos", hieß es in der Erklärung. "Der Punkt, an dem das ganze System zusammenbrechen wird", lasse sich nicht vorhersagen. Nach Angaben der Gewerkschaften ist infolge der Etatsperre der Personalstand bei der Luftverkehrskontrolle so niedrig wie seit 30 Jahren nicht mehr. Die Fluglotsen seien nur noch in der Lage, den Betrieb aufrechtzuerhalten, indem sie Überstunden machten und an zusätzlichen Tagen arbeiteten.

Viele Fluglotsen arbeiteten zehn Stunden am Tag und sechs Tage in der Woche, teilten die Gewerkschaften mit. Neben den Fluglotsen arbeiteten auch andere für die Sicherheit im Flugverkehr zuständige Beschäftigte ohne Bezahlung, darunter Personal an den Sicherheitskontrollen oder Beamte der Bundespolizei FBI. An größeren US-Flughäfen seien bereits manche Kontrollpunkte für die Überprüfung der Passagiere und ihres Handgepäcks geschlossen worden.

Die als "shutdown" bezeichnete Haushaltssperre dauert inzwischen seit fast fünf Wochen an. Sie hat zur Folge, dass etwa ein Viertel der Bundesbehörden keine neue Finanzierung haben und auf Sparflamme arbeiten müssen. Betroffen sind rund 800.000 Bundesbedienstete, deren Gehaltszahlungen ausfallen. Ein Teil von ihnen ist im Zwangsurlaub, die anderen müssen weiterarbeiten. Viele Betroffene melden sich krank.

Ausgelöst wurde der "shutdown" durch einen Streit zwischen US-Präsident Donald Trump und den oppositionellen Demokraten um eine von Trump geforderte Milliardensumme für seine Mauer an der Grenze zu Mexiko. Die Demokraten verweigern ihm die Mittel. Wegen des Streits gelang es dem Kongress bislang nicht, ein neues Haushaltsgesetz zu verabschieden.


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