24.01.2019, 11:38 Uhr

Panama-Stadt (AFP) Flüchtlingskrise und Konflikt in Venezuela überschatten Papst-Besuch in Panama

Der Papst in Panama. Quelle: AFP/Luis ACOSTA (Foto: AFP/Luis ACOSTA)Der Papst in Panama. Quelle: AFP/Luis ACOSTA (Foto: AFP/Luis ACOSTA)

Zehntausende Menschen jubeln Oberhaupt der katholischen Kirche zu

Inmitten politischer Krisen und Umbrüche in Lateinamerika ist Papst Franziskus zum Weltjugendtag in Panama eingetroffen. Mehr als 1000 Pilger jubelten dem Oberhaupt der katholischen Kirche am Mittwoch nach der Landung auf dem Flughafen Tocumen zu. Zehntausende Menschen säumten dann die Straßen, als der Papst nach Panama-Stadt gefahren wurde. Als erstes standen ein kurzer Besuch bei Präsident Juan Carlos Varela und ein Treffen mit 70 mittelamerikanischen Bischöfen auf dem Programm.

Der 82-jährige Franziskus winkte und lächelte, als er nach dem 13-stündigen Flug aus Rom aus dem Flugzeug stieg. Auf dem Weg in die Stadt kam es dann zu einem Zwischenfall: Ein junger Mann mit einer Venezuela-Flagge rannte auf das Papst-Auto zu, als die Wagenkolonne zur Vatikan-Botschaft in Panama-Stadt fuhr. Das Fahrzeug musste mit einem raschen Manöver ausweichen, Sicherheitsleute stiegen aus ihren Wagen. Sicherheitskoordinator Domingo Espitia sprach später von einem "Moment der Euphorie" und des "Glaubens" des jungen Mannes.

Die Panama-Reise des Papstes findet zu einem Zeitpunkt statt, zu dem sich die politische Krise in Venezuela massiv zuspitzt. Der oppositionelle Parlamentspräsident Juan Guaidó erklärte sich am Mittwoch bei Massenprotesten gegen den linksnationalistischen Staatschef Nicolás Maduro zum Interimspräsidenten. Guaidó wird von den USA und einer Reihe lateinamerikanischer Länder unterstützt.

Zum fünftägigen Weltjugendtag in Panama werden 200.000 Besucher erwartet. Aus Deutschland sind rund 2300 Pilger in das mittelamerikanische Land gereist. Der aus Argentinien stammende Franziskus wird ab Donnerstag an dem Großereignis teilnehmen. Eine von ihm geleitete Abschlussmesse unter freiem Himmel am Sonntag bildet den Höhepunkt des Treffens.

Es wurde erwartet, dass der Papst insbesondere die Flüchtlingskrise in der Region ansprechen wird. Seit Oktober ziehen immer wieder Migrantengruppen aus Honduras und anderen zentralamerikanischen Ländern mit bislang insgesamt mehr als 13.000 Menschen zur US-Grenze. Die Menschen fliehen vor Armut und Gewalt. Nur eine Minderheit von ihnen erreichte das US-Territorium. Auch die Lage in Venezuela dürfte den Papst während seines Aufenthalts beschäftigen.

Bereits an Bord des Papst-Flugzeugs auf dem Flug nach Panama hatte sich Franziskus zu der Flüchtlingsfrage geäußert. Die Angst vor Migranten "macht uns verrückt", sagte er mit Blick auf die von der US-Regierung geplante Mauer an der Grenze zu Mexiko. US-Präsident Donald Trump nutzt die Migranten gezielt, um Angst zu schüren, und als Argument für seine Forderung nach Milliardensummen für den Mauerbau an der Grenze zu Mexiko.

Der Weltjugendtag findet seit den 1980er Jahren alle zwei bis drei Jahre statt. Franziskus nimmt zum dritten Mal daran teil. Kurz nach seinem Amtsantritt 2013 war er zum Weltjugendtag nach Rio de Janeiro gereist. 2016 war die polnische Stadt Krakau Gastgeber des Treffens. Panama ist das erste zentralamerikanische Land, in dem das Ereignis stattfindet.

Jugendtagsteilnehmer äußerten sich erwartungsvoll vor dem Auftritt de Papstes. Es werde eine "Glaubensinjektion", sagte Irving Valiente aus El Salvador. James Murphy aus Tonga sagte, Franziskus "fordert uns heraus, bessere Christen, bessere Katholiken und bessere Bürger" zu sein.


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