22.01.2019, 15:57 Uhr

Los Angeles (AFP) Henckel von Donnersmarcks "Werk ohne Autor" für Oscar nominiert

Der deutsche Regisseur Florian Henckel von Donnersmarck. Quelle: GETTY IMAGES NORTH AMERICA/AFP/Archiv/Alberto E. Rodriguez (Foto: GETTY IMAGES NORTH AMERICA/AFP/Archiv/Alberto E. Rodriguez)Der deutsche Regisseur Florian Henckel von Donnersmarck. Quelle: GETTY IMAGES NORTH AMERICA/AFP/Archiv/Alberto E. Rodriguez (Foto: GETTY IMAGES NORTH AMERICA/AFP/Archiv/Alberto E. Rodriguez)

Alfonso Cuaróns "Roma" zählt zu den großen Favoriten

Der deutsche Regisseur Florian Henckel von Donnersmarck kann auf neue Oscar-Ehren hoffen. Sein Künstler-Drama "Werk ohne Autor" wurde für die Auszeichnung als bester fremdsprachiger Film nominiert, wie die US-Filmakademie am Dienstag in Los Angeles bekanntgab. "Werk ohne Autor" konkurriert unter anderem gegen "Roma" des Mexikaners Alfonso Cuarón. Mit insgesamt zehn Nominierungen zählt "Roma" zu den Topfavoriten bei den diesjährigen Oscars.

Henckel von Donnersmarck hatte bereits 2006 mit dem Stasi-Drama "Das Leben der Anderen" einen Oscar gewonnen. "Werk ohne Autor" erzählt die Geschichte eines deutschen Malers von der Nazi-Zeit bis in die sechziger Jahre. Der Film mit Tom Schilling in der Hauptrolle ist an die Biographie von Gerhard Richter angelehnt - der das Werk allerdings scharf kritisiert hat.

Ferner in das Rennen um den Preis für den besten nicht-englischsprachigen Film geschickt wurden "Capernaum - Stadt der Hoffnung" (Libanon), "Cold War - Der Breitengrad der Liebe" (Polen) und "Shoplifters - Familienbande" (Japan). "Werk ohne Autor" heimste im Übrigen noch eine zweite Oscar-Nominierung ein, und zwar für den US-Kameramann Caleb Deschanel. Die begehrtesten Filmpreise der Welt werden am 24. Februar in Hollywood verliehen.

"Roma" hatte bereits Anfang Januar den Golden-Globe-Preis für den besten fremdsprachigen Film gewonnen. Cuaróns autobiographisch gefärbte Geschichte einer mexikanischen Mittelschichtfamilie in den siebziger Jahren holte nun die höchste Zahl von Oscar-Nominierungen - zusammen mit dem Historienfilm "The Favourite - Intrigen und Irrsinn", der ebenfalls in zehn Kategorien ins Finale zieht. Das Werk des griechischen Regisseurs Yorgos Lanthimos spielt am englischen Königshof des frühen 18. Jahrhunderts.

Zu den Oscar-Favoriten zählen ferner mit jeweils acht Nominierungen der Musikfilm "A Star Is Born" und ""Vice - Der zweite Mann" über den früheren US-Vizepräsidenten Dick Cheney. Ebenfalls gut im Rennen liegt der Kassenschlager "Black Panther" über einen schwarzen Superhelden, der in sieben Kategorien ins Finale einzieht.

Die hohe Zahl von Nominierungen für "Roma" stellt auch insofern eine Besonderheit dar, als der Schwarz-Weiß-Film vom Streamingdienst Netflix produziert und nur kurz in den Kinos gezeigt wurde. "Roma" wurde von den Mitgliedern der US-Filmakademie auch als Kandidat für den Hauptpreis des besten Films des Jahres ausgewählt.

In dieser Kategorie konkurriert Cuaróns Drama gegen "Black Panther", "BlacKkKlansman", "Bohemian Rhapsody", "The Favourite", "Green Book", "A Star Is Born" und "Vice".

Um die Auszeichnung als beste Hauptdarstellerin tritt die mexikanische Newcomerin Yalinda Aparicio aus "Roma" gegen Glenn Close ("Die Frau des Nobelpreisträgers"), Olivia Colman ("The Favourite"), Lady Gaga ("A Star Is Born") und Melissa McCarthy ("Can You Ever Forgive Me?") an.

Zu den Anwärtern auf den Hauptdarsteller-Preis gehört Christian Bale, der sich für seine Darstellung Cheneys in "Vice" physisch bis zur Unkenntlichkeit verwandeln musste. Ferner in dieser Kategorie nominiert wurden: Bradley Cooper ("A Star Is Born"), Willem Dafoe ("At Eternity's Gate"), Rami Malek ("Bohemian Rhapsody") und Viggo Mortensen ("Green Book - Eine besondere Freundschaft").

Um die Auszeichnung für die beste Regie konkurrieren Cuarón und Lanthimos sowie Spike Lee ("BlacKkKlansman"), Paweł Pawlikowski ("Cold War") und Adam McKay ("Vice").

Oscar-Chancen hat auch der vom SWR koproduzierte Dokumentarfilm "Of Fathers and Sons - Die Kinder des Kalifats" von Regisseur Talal Derki, der für das Werk in seine Heimat Syrien zurückkehrte. Der Film schildert den Alltag einer radikal-islamischen Familie. Das Werk wurde für die Auszeichnung als bester langer Dokumentarfilm nominiert.


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