22.01.2019, 11:18 Uhr

Ghasni (AFP) Mehr als 60 Tote bei Anschlag auf Geheimdienst-Stützpunkt in Afghanistan

Der attackierte Stützpunkt in der Provinz Wardak. Quelle: AFP/STR (Foto: AFP/STR)Der attackierte Stützpunkt in der Provinz Wardak. Quelle: AFP/STR (Foto: AFP/STR)

Taliban bekannten sich zu Anschlag in Provinz Wardak

In Afghanistan sind bei einem Anschlag der Taliban auf einen Geheimdienst-Stützpunkt mehr als 60 Menschen getötet worden. Nach dem Anschlag in der zentralafghanischen Provinz Wardak am Montag seien rund 65 Leichen aus den Trümmern geborgen worden, sagte der stellvertretende Chef des Provinzrats, Mohammed Sardar Bachjari, am Dienstag. Ein hochrangiger Vertreter der Sicherheitskräfte sprach von mindestens 70 Toten. Unmittelbar nach dem Anschlag war nur von zwölf Toten die Rede gewesen.

Ein Attentäter hatte am Montag ein mit Sprengstoff beladenes Fahrzeug am Eingang des Stützpunkts in der Nähe der Provinzhauptstadt Maidan Schahr rund 50 Kilometer südlich von Kabul zur Explosion gebracht. Danach waren mindestens drei bewaffnete Angreifer auf das Gelände des Geheimdienstes NDS gestürmt und hatten sich ein Feuergefecht mit Sicherheitskräften geliefert. Zu dem Anschlag bekannten sich die radikalislamischen Taliban.

Zunächst hatte es widersprüchliche Angaben über die Zahl der Opfer gegeben. Ein Behördenvertreter aus Wardak sagte am Montag der Nachrichtenagentur AFP, dass zwölf Menschen getötet worden seien. In anderen Medienberichten war von zwölf bis mehr als hundert Opfern die Rede.

Bei der Explosion stürzte das Dach eines Gebäudes auf dem Trainingsgelände teilweise ein. Dabei seien die meisten Menschen getötet worden, sagte der Provinzratsvertreter Achtar Mohammed Tahiri. Die Angreifer hatten demnach Uniformen von afghanischen Spezialkräften getragen.

Die Taliban und die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) überziehen Afghanistan seit Monaten mit einer Welle der Gewalt. Am Sonntag hatte ein Selbstmordattentäter der Taliban in der Provinz Logar einen Konvoi des Gouverneurs angegriffen, mindestens sieben Wachmänner wurden getötet. Vor einer Woche waren bei einem Autobombenanschlag in Kabul vier Menschen getötet worden, unter den Verletzten waren auch zwei deutsche Polizisten. Auch zu diesem Anschlag bekannten sich die Taliban.

Bemühungen, mit den Taliban über ein Ende des seit 17 Jahren anhaltenden Konflikts zu verhandeln, blieben bislang erfolglos. Im Dezember war der US-Gesandte für Afghanistan, Zalmay Khalilzad, mit den Taliban zu Gesprächen zusammengekommen. Am Sonntag beendete er einen Besuch im Nachbarland Pakistan.


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