18.01.2019, 17:13 Uhr

Berlin (AFP) Verdi fordert mindestens 16 Euro Einstiegslohn für Pflegefachkräfte

Seniorenzentrum in Hamburg. Quelle: dpa/AFP/Archiv/Angelika Warmuth (Foto: dpa/AFP/Archiv/Angelika Warmuth)Seniorenzentrum in Hamburg. Quelle: dpa/AFP/Archiv/Angelika Warmuth (Foto: dpa/AFP/Archiv/Angelika Warmuth)

Gewerkschaft beschließt Forderungen für Tarifvertrag Altenpflege

Mindestens 16 Euro Einstiegslohn, 30 Urlaubstage im Jahr, kein Unterschied zwischen Ost und West: Die Gewerkschaft Verdi hat am Freitag ihre Forderungen für einen umfassenden Tarifvertrag in der Altenpflege beschlossen. "Wir sind startklar für Tarifverhandlungen, jetzt sind die Arbeitgeber am Zug", erklärte Verdi-Vorstandsmitglied Sylvia Bühler am Freitag.

"Um das gesellschaftlich wichtige Feld der Altenpflege attraktiv zu machen, brauchen wir mehr Personal und eine gute Bezahlung", betonte Bühler. "Der angestrebte Tarifvertrag wird dazu erheblich beitragen."

Konkret fordert Verdi für Pflegefachkräfte einen Einstiegslohn von mindestens 16 Euro pro Stunde, für Pflegehilfskräfte soll dieser mindestens 12,84 Euro betragen. Diese Werte sollen bundesweit gelten, unterschiedliche Entgelte in Ost und West soll es nicht geben. Zudem will die Gewerkschaft einen Urlaubsanspruch von 30 Tagen pro Jahr bei einer Fünf-Tage-Woche. Darüber hinaus sollen in Altenpflegeeinrichtungen Schichten künftig nicht mehr von einer Pflegekraft alleine übernommen werden müssen.

Ziel sei ein Tarifvertrag, der von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) "auf das gesamte Arbeitsfeld erstreckt wird", sagte Bühler. "Und zwar auf die stationäre und ambulante Altenpflege für alle Beschäftigten dort, nicht nur für Pflegekräfte." Verdi wolle alle Regelungsmöglichkeiten ausschöpfen, die das Arbeitnehmerentsendegesetz biete.

"Mit guten Arbeitsbedingungen und einer angemessenen Bezahlung können erfahrene Fachkräfte gehalten und neue gewonnen werden", erklärte das Verdi-Vorstandsmitglied weiter. Viele, die in Teilzeittätigkeiten geflüchtet seien, würden wieder aufstocken. "Ein bundesweit geltender Tarifvertrag hilft nicht nur den Beschäftigten, sondern letztendlich auch den Arbeitgebern", so Bühler.


0 Kommentare