14.01.2019, 09:42 Uhr

Berlin (AFP) Foodwatch fordert von Lebensmittelbehörden mehr Hygiene-Transparenz

Zubereitung von Salattellern in einem Restaurant. Quelle: dpa/AFP/Archiv/Ingo Wagner (Foto: dpa/AFP/Archiv/Ingo Wagner)Zubereitung von Salattellern in einem Restaurant. Quelle: dpa/AFP/Archiv/Ingo Wagner (Foto: dpa/AFP/Archiv/Ingo Wagner)

Verbraucherorganisation startet neue Plattform "Topf Secret"

Wie sauber sind das Lieblingslokal oder der Bäcker um die Ecke? Die Verbraucherorganisation Foodwatch hat den Lebensmittelbehörden vorgeworfen, darüber nur unzureichend zu informieren. Gemeinsam mit der Initiative "Frag den Staat" startete Foodwatch deshalb am Montag eine neue Internet-Plattform, die Anfragen an Behörden nach dem Verbraucherinformationsgesetz (VIG) unterstützen und zentral veröffentlichen soll.

Bisher machten die Kontrollbehörden in Deutschland "nur in Ausnahmefällen" öffentlich, wie es um die Sauberkeit in den Betrieben bestellt sei, kritisierte Foodwatch. Mit der Plattform "Topf Secret" (www.topf-secret.foodwatch.de) könnten nun deutschlandweit Kontrollergebnisse von Lebensmittelbetrieben abgefragt werden.

"Die allermeisten Lebensmittelbetriebe in Deutschland arbeiten sauber", betonte Oliver Huizinga von Foodwatch. Doch etwa jeder vierte Betrieb werde bei Kontrollen beanstandet. "Kakerlaken in der Backstube, Schimmel im Lieblingsrestaurant, ekelerregende Zustände in der Wurstfabrik - die zuständigen Behörden wissen genau, in welchem Unternehmen geschlampt wird", kritisierte er.

Die Verbraucher erführen dies in der Regel aber nicht, nur Ausnahmefälle müssten veröffentlicht werden. Diese "Geheimniskrämerei" gehe zudem auch auf Kosten der sauber arbeitenden Unternehmen.

Über das Portal können Verbraucher über eine Suchmaske von Restaurants über Bäckereien bis hin zu Tankstellen mit wenigen Klicks einen Antrag auf Veröffentlichung der Ergebnisse amtlicher Hygiene-Kontrollen bei den zuständigen Behörden stellen. Das Ergebnis erhielten Verbraucher allerdings erst nach mehreren Wochen, schränkte Foodwatch ein. Es könne auch passieren, dass sich Behörden quer stellten.

"Bund und Länder haben es jahrelang verschlafen, für Transparenz in der Lebensmittelüberwachung zu sorgen", erklärte Arne Semsrott von der Initiative "Frag den Staat". Das solle mit dem "Topf Secret"-Portal geändert werden. "Je mehr Menschen mitmachen und Anträge stellen, desto mehr Infos kommen ans Licht - und desto größer ist der Druck auf die Bundesregierung, endlich eine gesetzliche Grundlage zu schaffen, die Transparenz zur Regel macht und nicht zur Ausnahme."


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