13.01.2019, 19:01 Uhr

Washington (AFP) Trump Verhältnis zu Putin erneut im Brennpunkt des Interesses

Trumps Handschlag mit Putin im Juli 2018. Quelle: AFP/Archiv/Brendan Smialowski (Foto: AFP/Archiv/Brendan Smialowski)Trumps Handschlag mit Putin im Juli 2018. Quelle: AFP/Archiv/Brendan Smialowski (Foto: AFP/Archiv/Brendan Smialowski)

US-Präsident hielt Inhalt von Gesprächen laut Bericht selbst vor Mitarbeitern geheim

Ein Zeitungsbericht hat das Verhältnis von US-Präsident Donald Trump zu Russlands Präsident Wladimir Putin erneut in den Brennpunkt des Interesses gerückt: Wie die "Washington Post" berichtete, hielt Trump den Inhalt seiner Gespräche mit Putin selbst vor engsten Mitarbeitern sorgfältig verborgen. Trump sprach von einem "lächerlichen" Vorwurf, dementierte den Bericht jedoch nicht ausdrücklich. Politiker der Demokraten forderten Aufklärung.

Zu fünf Treffen mit Putin innerhalb der vergangenen zwei Jahre gebe es keine detaillierten Aufzeichnungen, berichtete die "Washington Post" unter Berufung auf derzeitige und ehemalige Regierungsmitarbeiter. In einem Fall habe der US-Präsident sogar seinem Dolmetscher die Notizen weggenommen und diesem verboten, den Inhalt des Gesprächs weiterzugeben. Keinen detaillierten Bericht gibt es laut "Washington Post" auch zum ersten offiziellen Gipfelgespräch zwischen Trump und Putin im Juli 2018 in Helsinki.

Der "Washington Post"-Bericht folgte nur einen Tag, nachdem die "New York Times" berichtet hatte, die Bundespolizei habe nach der Entlassung von FBI-Chef James Comey durch Trump Ermittlungen zu der Frage aufgenommen, ob Trump dabei die Interessen Russlands verfolgt habe.

Zu dem Vorwurf, er halte Details seiner Gespräche vor hohen Regierungsvertretern geheim, sagte Trump am Samstag dem Sender Fox News, er halte "nichts unter der Decke" und habe auch gar kein Interesse daran. Jeder hätte seinem Gespräch mit Putin beim Gipfeltreffen in Helsinki zuhören können, betonte der US-Präsident.

Während die meisten Abgeordneten von Trumps republikanischer Partei den Präsidenten verteidigten und betonten, dieser vertrete gegenüber Russland eine härtere Haltung als sein Amtsvorgänger Barack Obama, meldete der republikanische Senator Ted Cruz Zweifel an. "Ich möchte ein bisschen mehr darüber herausfinden, was da passiert ist", sagte er dem Sender NBC am Sonntag. "Ich möchte mehr erfahren als nur die Vorwürfe in der Presse."

Der demokratische Senator Dick Durbin sagte NBC, er frage sich, warum Trump mit Putin eigentlich so "kumpelhaft" tue - "einem früheren KGB-Agenten, der nie ein Freund der USA war, bei unseren Alliierten einmarschiert ist, uns überall in der Welt bedroht und sein Möglichstes tut, um unsere Wahlen zu unterwandern".

Der Chef des Geheimdienstausschusses im Repräsentantenhaus, Adam Schiff, schrieb auf Twitter, die Demokraten im Ausschuss hätten schon im vergangenen Jahr versucht, Dolmetscher-Mitschriften oder -Äußerungen zu Trumps privater Unterredung mit Putin in Helsinki zu erhalten, seien aber von den Republikanern überstimmt worden. "Werden sie sich uns jetzt anschließen?" fragte Schiff. "Sollten wir nicht herausfinden, ob unser Präsident wirklich "Amerika zuerst" stellt?"

Trump hat immer wieder jegliche Zusammenarbeit mit Russland während des Präsidentschaftswahlkampfes 2016 bestritten. Die Untersuchung von Sonderermittler Robert Mueller zu dieser Frage bezeichnete der Präsident wiederholt als "Hexenjagd". Im Zuge von Muellers Ermittlungen wurden allerdings bereits mehrere Gerichtsverfahren eingeleitet und frühere enge Trump-Mitarbeiter verurteilt.


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