09.01.2019, 10:57 Uhr

Berlin (AFP) BUND und Böll-Stiftung fordern EU-Agrarpolitik mit Fokus auf kleineren Betrieben

Mähdrescher auf einem Weizenfeld. Quelle: dpa/AFP/Archiv/Julian Stratenschulte (Foto: dpa/AFP/Archiv/Julian Stratenschulte)Mähdrescher auf einem Weizenfeld. Quelle: dpa/AFP/Archiv/Julian Stratenschulte (Foto: dpa/AFP/Archiv/Julian Stratenschulte)

Vorstellung des Agrar-Atlas 2019

Die Umweltschutzorganisation BUND und die Heinrich-Böll-Stiftung haben eine stärker auf mittlere und kleine Betriebe fokussierte EU-Agrarpolitik gefordert. Die derzeitige Agrarpolitik der EU sei "unökologisch, ungerecht und ineffektiv", erklärten die Vereine am Mittwoch anlässlich der Vorstellung des Agrar-Atlas 2019. Ein Prozent der Betriebe bekomme 20 Prozent der Subventionen, kritisierten sie. Außerdem gehe kaum Geld in die Bereiche, die Verbrauchern wichtig seien - Natur, Tierwohl und Klimaschutz.

Der BUND und die Böll-Stiftung veröffentlichten auch Ergebnisse einer Forsa-Umfrage für den Bericht. Demnach bewerten 76 Prozent der Befragten den Strukturwandel in der Landwirtschaft hin zu größeren Höfen als negativ oder sehr negativ. Fast drei Viertel der Befragten sind zudem der Ansicht, dass die verbliebenen kleinen und mittleren landwirtschaftlichen Betriebe besonders stark vom Staat unterstützt werden sollten.

Die Agrarpolitik müsse "raus aus der Nische", forderte die Vorsitzende der Böll-Stiftung, Barbara Unmüßig. Kürzungen des Agrarhaushalts seien dabei "keine Lösung". "Wir müssen weg von pauschalen Zahlungen pro Fläche", fügte der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger hinzu. Davon profitierten die Großbetriebe, die viel Land hätten. Kleinere und mittlere Betriebe würden hingegen nur unzureichend unterstützt. Die Bundesregierung müsse sich deshalb für eine "ambitionierte EU-Agrarreform einsetzen".


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