09.01.2019, 07:55 Uhr

Tokio (AFP) Gericht in Tokio verweigert Automanager Ghosn Haftentlassung

Ghosn bleibt in Haft. Quelle: AFP/Behrouz MEHRI (Foto: AFP/Behrouz MEHRI)Ghosn bleibt in Haft. Quelle: AFP/Behrouz MEHRI (Foto: AFP/Behrouz MEHRI)

Anwälte sahen keine hinreichenden Gründe für weitere Inhaftierung

Die japanische Justiz hat einen Antrag des Automanagers Carlos Ghosn auf Haftentlassung zurückgewiesen. Die Bitte des Inhaftierten um eine "Annullierung des Gewahrsams" werde abgelehnt, teilte das zuständige Gericht in der Hauptstadt Tokio am Mittwoch mit. Ghosns Anwälte hatten den Antrag am Dienstag eingereicht und argumentiert, es gebe keine hinreichenden Gründe für eine weitere Inhaftierung des 64-Jährigen.

Ghosn selbst hatte sich am Dienstag bei einer öffentlichen Gerichtsanhörung geäußert und erklärt, er werde "zu Unrecht beschuldigt" und sitze "ungerechtfertigt" im Gefängnis. Der Richter begründete seine Inhaftierung jedoch mit der Gefahr einer Flucht sowie der Vernichtung von Beweisen.

Der einst mächtige Manager war am 19. November festgenommen worden und sitzt seitdem in Untersuchungshaft. Er soll in Japan jahrelang ein viel zu niedriges Einkommen deklariert und sich an Firmenkapital des Autobauers Nissan bereichert haben. Die Staatsanwaltschaft wirft Ghosn zudem vor, persönliche Verluste bei Investitionen auf Nissan übertragen zu haben. Nissan und Mitsubishi setzten Ghosn als Verwaltungsratsvorsitzenden ab. Bei Renault bleibt er vorerst Konzernchef.

Für einen Teil der Vorwürfe wurde Ghosn bereits angeklagt, seine bereits verlängerte derzeitige Untersuchungshaft läuft noch bis Freitag. Dann kann sie weiter verlängert werden oder es folgt eine weitere Anklage. Eine Freilassung auf Kaution bis zum Beginn eines möglichen Prozesses hält mittlerweile auch sein Anwalt für fraglich.


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