07.01.2019, 20:25 Uhr

Rom (AFP) Einige Flüchtlinge an Bord der "Sea Watch 3" verweigern die Nahrungsaufnahme

Rettungsschiff "Professor Albrecht Penck". Quelle: AFP/Archiv/FEDERICO SCOPPA (Foto: AFP/Archiv/FEDERICO SCOPPA)Rettungsschiff "Professor Albrecht Penck". Quelle: AFP/Archiv/FEDERICO SCOPPA (Foto: AFP/Archiv/FEDERICO SCOPPA)

Deutsche Rettungsschiffe dürfen weiter in keinen Hafen fahren

Weil sie mehr als zwei Wochen nach ihrer Rettung auf dem Mittelmeer immer noch nicht an Land gehen dürfen, verweigern einige der 32 Flüchtlinge auf dem Rettungsschiff der deutschen Hilfsorganisation Sea-Watch nun die Nahrungsaufnahme. Einige der Geretteten auf der "Sea-Watch 3", darunter auch Kinder und Jugendliche, wollten nichts mehr essen, teilte Sea-Watch am Montag mit. Es sei zu befürchten, "dass ihr psychologischer und gesundheitlicher Zustand sich spürbar verschlechtert".

Sea-Watch hatte die 32 Bootsflüchtlinge am 22. Dezember gerettet. Eine Woche später nahm das Rettungsschiff "Professor Albrecht Penck" der deutschen Organisation Sea-Eye 17 Migranten an Bord. Beide Schiffsbesatzungen bemühten sich seitdem vergeblich um die Erlaubnis, in einem europäischen Hafen vor Anker zu gehen.

Sea-Eye veröffentlichte am Montag ein Video von den Migranten, die an Bord ihres Schiffes in einem kleinen Raum ausharren. "Wir sind müde", sagt darin einer von ihnen. "Wir können uns nicht bewegen, es ist wie ein Gefängnis."

Aus europäischen Diplomatenkreisen hieß es, Deutschland, Frankreich, die Niederlande, Luxemburg, Malta sowie Rumänien, das derzeit den EU-Ratsvorsitz innehat, seien zur Aufnahme eines Teils der geretteten Flüchtlinge bereit. Es gebe aber noch keine Zusage, dass sie in Malta an Land gehen dürften. Regierungschef Joseph Muscat hatte am Sonntag erklärt, er wolle einen Präzedenzfall vermeiden.


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