07.01.2019, 17:49 Uhr

Washington (AFP) Weltbank-Präsident Jim Yong Kim kündigt überraschend seinen Rücktritt an

Weltbank-Präsident Kim tritt zurück. Quelle: POOL/AFP/Archiv/THOMAS PETER (Foto: POOL/AFP/Archiv/THOMAS PETER)Weltbank-Präsident Kim tritt zurück. Quelle: POOL/AFP/Archiv/THOMAS PETER (Foto: POOL/AFP/Archiv/THOMAS PETER)

59-Jähriger will sich künftig mit Infrastrukturinvestitionen beschäftigen

Mehr als drei Jahre vor dem offiziellen Ende seiner zweiten Amtszeit hat der Präsident der Weltbank, Jim Yong Kim, überraschend seinen Rücktritt angekündigt. Kim lege seinen Posten zum 1. Februar nieder und wolle sich künftig im Auftrag einer "Gesellschaft" mit Investitionen in die Infrastruktur von Entwicklungsländern beschäftigen, teilte die Weltbank am Montag mit.

Es sei ihm eine "große Ehre" gewesen, der "bedeutenden" Institution zu dienen, die sich dem Ziel der Armutsbekämpfung verschrieben habe, zitierte die Weltbank ihren scheidenden Präsidenten. "Die Arbeit der Weltbank ist die wichtigste überhaupt", da die Erwartungen armer Länder und Probleme wie der Klimawandel, Epidemien, Hunger oder Flucht "in Umfang und Komplexität" zunähmen.

Ein genauer Grund für die Rücktrittsankündigung des 59-Jährigen wurde nicht genannt. Auch für welche "Gesellschaft" er künftig arbeiten will, blieb unklar.

Der in Südkorea geborene Kim hatte den Posten des Weltbank-Präsidenten im Jahr 2012 angetreten. Im September 2016 wurde er für weitere fünf Jahre in seinem Amt bestätigt. Offiziell sollte sein jetziges Mandat noch bis Mitte 2022 laufen. Übergangsweise soll die Geschäftsführerin der Weltbank, Kristalina Georgieva, den Präsidentenposten übernehmen.

Traditionell steht immer ein Bürger aus den USA an der Weltbank-Spitze, während der Chefposten des Internationalen Währungsfonds (IWF) mit einem Europäer besetzt ist - derzeit mit der Französin Christine Lagarde. Nun könnte also US-Präsident Donald Trump einen Kandidaten als Nachfolger nominieren. Die ungeschriebene Regel für die Postenverteilung wird von aufstrebenden Staaten wie China, Russland, Indien oder Brasilien angesichts des wachsenden Gewichts der Schwellenländer aber zunehmend in Frage gestellt.


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