07.01.2019, 12:09 Uhr

Wiesbaden (AFP) Einzelhandel steigert Umsatz 2018 um knapp 1,5 Prozent

Einzelhandel steigert Umsatz 2018 um knapp 1,5 Prozent. Quelle: dpa/AFP/Bernd Wüstneck (Foto: dpa/AFP/Bernd Wüstneck)Einzelhandel steigert Umsatz 2018 um knapp 1,5 Prozent. Quelle: dpa/AFP/Bernd Wüstneck (Foto: dpa/AFP/Bernd Wüstneck)

Niedrigerer Anstieg als in den Vorjahren

Der Einzelhandel hat seinen Umsatz 2018 erneut gesteigert - allerdings weniger deutlich als in den Jahren zuvor. Preisbereinigt stiegen die Umsätze im Vergleich zum Vorjahr voraussichtlich zwischen 1,4 Prozent und 1,5 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Montag mitteilte. Das größte reale Umsatzplus gab es mit fast sechs Prozent im Internet- und Versandhandel.

Die Schätzung der Statistiker für das Gesamtjahr basiert auf den von Januar bis November vorliegenden Zahlen. Nominal, also ohne Berücksichtigung der Inflation, stieg der Umsatz gegenüber 2017 demnach um 3,1 bis 3,3 Prozent.

In den Jahren zuvor war das Umsatzplus im Einzelhandel deutlich größer ausgefallen: Im Jahr 2015 stieg der Umsatz preisbereinigt um 3,8 Prozent - und damit so kräftig wie seit mehr als 20 Jahren nicht mehr. Im Jahr 2016 betrug der reale Anstieg gegenüber dem Vorjahr 2,5 Prozent, 2017 dann 2,3 Prozent.

Umsatzeinbußen verzeichnete das Bundesamt von Januar bis November nun für die Einzelhändler in der Textilbranche: Mit Bekleidung, Schuhen und Lederwaren wurde preisbereinigt 2,1 Prozent weniger umgesetzt als im Vorjahreszeitraum. Im "sonstigen Einzelhandel mit Waren verschiedener Art", etwa in Kaufhäusern, sanken die Umsätze real um 1,1 Prozent; einen Rückgang (minus 0,5 Prozent) gab es auch bei Einrichtungsgegenständen, Haushaltsgeräten und Baubedarf.

Im Online-Handel, der den klassischen Einzelhandel vielerorts vor große Herausforderungen stellt, legten die Umsätze mit preisbereinigt 5,9 Prozent und nominal 6,2 Prozent hingegen überdurchschnittlich stark zu.

Zu Beginn des neuen Jahres trübte sich unterdessen die Verbraucherstimmung nach Angaben des Einzelhandelsverbands HDE ein. Sie sank im Januar auf ihr niedrigstes Niveau seit dem Start des HDE-Konsumbarometers im Oktober 2016.

Nötig seien deshalb rasche Maßnahmen zur Entlastung der Verbraucher, um die gute Binnenkonjunktur auf Dauer zu stärken. "Gerade kleine und mittlere Einkommen sollten deutlich entlastet werden", forderte Hauptgeschäftsführer Stefan Genth.

Das HDE-Konsumbarometer basiert auf einer Umfrage unter 2000 Deutschen zu ihrer Anschaffungsneigung, Sparneigung, finanziellen Situation und anderen Faktoren. Es bildet die erwartete Stimmung der kommenden drei Monate ab. Seine Zahlen zu den Umsätzen im Gesamtjahr 2018 will der HDE Ende Januar veröffentlichen.


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