07.01.2019, 11:17 Uhr

Berlin (AFP) Warnstreik an Berliner Flughafen lässt knapp 60 Flüge ausfallen

Flughafen Tegel in Berlin. Quelle: dpa/AFP/Archiv/Sebastian Kahnert (Foto: dpa/AFP/Archiv/Sebastian Kahnert)Flughafen Tegel in Berlin. Quelle: dpa/AFP/Archiv/Sebastian Kahnert (Foto: dpa/AFP/Archiv/Sebastian Kahnert)

Arbeitgeberseite rechnet mit weiteren Warnstreiks des Sicherheitspersonals

Ein Warnstreik des Sicherheitspersonals an den Berliner Flughäfen Tegel und Schönefeld hat den Flugbetrieb am Montagmorgen fast völlig lahmgelegt. Wie ein Sprecher der Betreibergesellschaft Flughafen Berlin Brandenburg (FBB) sagte, wurden fast alle Flüge gestrichen oder verschoben. Die Angestellten verlangen deutlich mehr Lohn.

Dem Aufruf der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi waren laut Angaben einer Sprecherin insgesamt rund 450 Beschäftigte gefolgt. Sie legten von 5.00 Uhr bis 8.45 ihre Arbeit nieder. "Das ist ein erstes Warnsignal an die Arbeitgeber", sagte die Sprecherin. "Wir hoffen, dass sie verstanden haben, dass sie ein besseres Angebot auf den Tisch legen müssen." Andernfalls drohte Verdi mit weiteren Warnstreiks.

Verdi verhandelt zusammen mit der Gewerkschaft DBB Beamtenbund und Tarifunion über eine Verbesserung der Löhne und Arbeitsbedingungen der rund 23.000 Beschäftigten im Bereich der Sicherheit an deutschen Flughäfen. Verdi kritisierte, dass der Bundesverband der Luftsicherheitsunternehmen (BDLS) auch in der vierten Verhandlungsrunde kurz vor Weihnachten ein "völlig unzureichendes" Angebot vorgelegt habe. Die Gewerkschaft fordert eine Erhöhung des Stundenlohns im Kontrollbereich auf 20 Euro.

Eine Sprecherin der Arbeitgeber sprach von einer "sehr hohen" Streikbeteiligung und sagte: "Solche Streiks führen nicht dazu, dass wir uns auf die 20 Euro einlassen". Während die Unternehmen ihre Angebote mit jeder Verhandlungsrunde verbessert hätten, hätten sich die Gewerkschaften bisher nicht auf die Arbeitgeber zubewegt, kritisierte sie. Die Forderungen der Gewerkschaften würden in einzelnen Bereichen Kostensteigerungen von mehr als 40 Prozent bedeuten. Diese könnten die Unternehmen aber nur schwer an ihre Kunden weitergeben.

Die verhärteten Fronten bedeuten nichts Gutes für die Flugreisenden in Deutschland: Dem BDLS liegen laut Sprecherin "vereinzelte Informationen" über weitere geplante Warnstreiks vor. Gewerkschaften und Arbeitgeber treffen sich am 23. Januar zur nächsten Verhandlungsrunde in Berlin.

Die Passagiere in Berlin nahmen den Warnstreik nach Beobachtung des Flughafensprechers gelassen auf. "Die meisten Passagiere waren gut informiert und sind erst nach dem Streikende zum Flughafen gekommen." Es habe nur wenige Beschwerden gegeben.


0 Kommentare