04.01.2019, 11:40 Uhr

Berlin (AFP) Sprecherin: Keine sensiblen Daten des Kanzleramts veröffentlicht

Mann mit Laptop. Quelle: dpa/AFP/Archiv/Arne Dedert (Foto: dpa/AFP/Archiv/Arne Dedert)Mann mit Laptop. Quelle: dpa/AFP/Archiv/Arne Dedert (Foto: dpa/AFP/Archiv/Arne Dedert)

Unbekannte veröffentlichten persönliche Daten und Dokumente im Internet

Durch den massiven Hackerangriff sind nach Angaben der Bundesregierung keine sensiblen Daten des Kanzleramts veröffentlicht worden. Das gelte auch für Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), sagte Vize-Regierungssprecherin Martina Fietz am Freitag. Die Bundesregierung nehme den Vorfall "sehr ernst".

Unbekannte hatten persönliche Daten und Dokumente von hunderten deutschen Politikern, anderen Prominenten und Journalisten im Internet veröffentlicht. Inwieweit die Daten allesamt authentisch sind, blieb zunächst unklar.

Die unbekannten Datendiebe veröffentlichten Links zu ihrer Beute über den Kurzbotschaftendienst Twitter. Unter anderem sind dort E-Mail-Adressen und eine Faxnummer von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) zu finden. Der Twitter-Account wurde am Freitagvormittag gesperrt.

Die nach bisherigem Erkenntnisstand aus dem Bundeskanzleramt abgeflossenen Daten seien "überschaubar", sagte Fietz. Aufgrund der bisherigen Sichtung gebe es die Einschätzung, dass keine sensiblen Informationen und Daten abgeflossen seien.

In dem Datensatz finden sich auch mutmaßliche Handynummern von mehreren Bundesministern. Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums sagte, die Bundeswehr sei von der Veröffentlichung der Daten nicht betroffen.

Der stellvertretenden Regierungssprecherin Fietz zufolge erhielt das Bundeskanzleramt am Donnerstagabend kurz vor Mitternacht Kenntnis von der Veröffentlichung der Daten. Veröffentlicht wurden die Informationen über den Twitter-Account offenbar schon vor Weihnachten.

Betroffen seien Politiker und Mandatsträger "aller Ebenen", sagte Fietz. Offenbar betrifft der Hackerangriff alle im Bundestag vertretenen Parteien mit Ausnahme der AfD, also CDU/CSU, SPD, Grüne, Linke und die FDP.

Das Nationale Cyber-Abwehrzentrum übernahm die zentrale Koordination zu dem Fall. Neben dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), dem Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) und dem Bundeskriminalamt seien auch weitere Bundes- und Landesbehörden mit dem Vorfall befasst, sagte ein Sprecher des Bundesinnenministeriums.

Die veröffentlichten Informationen enthielten sowohl aktuelle als auch ältere Daten, sagte der Sprecher. Es seien hunderte von Personen betroffen. Angaben zu möglichen Verantwortlichen wollte er nicht machen. Er hob jedoch hervor, dass nach bisherigem Erkenntnisstand der Datenabfluss nicht über das Regierungsnetz erfolgte.

Die präzise Aufklärung des Falls werde noch Zeit in Anspruch nehmen, sagte Fietz. Die veröffentlichten Datensätze könnten auch gefälschte Informationen enthalten. Der Vorfall müsse weiter analysiert werden, welche Konsequenzen daraus folgten, "müssen die nächsten Stunden und Tage zeigen".


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