02.01.2019, 14:27 Uhr

Berlin (AFP) Verdi ruft Fahrer von Geldtransportern auch für Donnerstag zum Streik auf

Streikende Geldtransport-Fahrer in Hamburg. Quelle: dpa/AFP/Archiv/Bodo Marks (Foto: dpa/AFP/Archiv/Bodo Marks)Streikende Geldtransport-Fahrer in Hamburg. Quelle: dpa/AFP/Archiv/Bodo Marks (Foto: dpa/AFP/Archiv/Bodo Marks)

Verband sieht Bargeldversorgung bislang nicht in Gefahr

Bundesweit haben am Mittwoch Fahrer von Geldtransportern die Arbeit niedergelegt, um im Tarifstreit mit den Arbeitgebern ihrer Forderung nach höheren Löhnen Nachdruck zu verleihen. Die Bargeldversorgung etwa von Geldautomaten oder Einzelhändlern ist nach Angaben der Bundesvereinigung Deutscher Geld- und Wertdienste (BDGW) aber bislang nicht in Gefahr. Die Gewerkschaft Verdi rief allerdings auch für Donnerstag zu weiteren Streiks auf.

Nach Angaben der Gewerkschaft beteiligten sich am Mittwoch rund 3000 der deutschlandweit rund 12.000 Beschäftigten der Branche an den Warnstreiks. "Das war ein starkes Signal an die Arbeitgeber, endlich ein verhandlungsfähiges Angebot vorzulegen", erklärte Verdi-Verhandlungsführer Arno Peukes. In der Geld- und Wert-Branche seien die Beschäftigten "hohen körperlichen und psychischen Belastungen ausgesetzt", kritisierte die Gewerkschaft. Eine faire Entlohnung sei dennoch "leider Fehlanzeige".

Hintergrund ist, dass für die Branche derzeit Tarifverhandlungen laufen. Am Donnerstag und Freitag sollen die Gespräche, die im vergangenen Jahr mehrfach ohne Einigung zu Ende gegangen waren, in Berlin fortgesetzt werden.

Die Gewerkschaft fordert für die Beschäftigten der Branche eine Erhöhung des Stundenlohns um 1,50 Euro pro Jahr über zwei Jahre. Außerdem sollen die Gehälter im Osten denen im Westen angeglichen werden. Der Gewerkschaft zufolge verdienen Geldzähler und Geldtransportfahrer im Osten derzeit rund 1800 bis 2400 Euro brutto, im Westen sind es 2200 bis 2900 Euro brutto im Monat.

Bereits am Dienstag hatte Verdi erklärt, durch die Streiks solle der Bargeldverkehr in Deutschland "erheblich gestört" werden. Viele Banken und Einzelhändler bekämen nach den Feiertagen kein frisches Bargeld und Geldautomaten würden nicht neu befüllt.

Erhebliche Engpässe gab es nach Angaben des BDGW aber zunächst nicht. Zwar könne es an einzelnen stark frequentierten Automaten womöglich passieren, dass dieser tatsächlich leer sei, sagte eine Sprecherin. In diesem Fall könnten Kunden aber auf den nächsten der bundesweit rund 60.000 Geldautomaten Automaten ausweichen, fügte sie hinzu und betonte, dass die Automaten auch an den Feiertagen normal versorgt worden seien.

Die Ankündigung, den Streik am Donnerstag fortzusetzen, bezeichnete die BDGW-Sprecherin als "kontraproduktiv". Die Streikbeteiligung habe sich aus Sicht der Unternehmen am Mittwoch in Grenzen gehalten, vereinzelt habe die Beteiligung aber bei 40 Prozent gelegen, was "problematisch, aber nicht katastrophal" sei.

Je länger der Ausstand dauere, desto schlechter sei dies allerdings für die Unternehmen und auch das Gesamtansehen der Branche, fügte sie hinzu und warnte vor einem Vertrauensverlust. Dieser wiederum führe dazu, dass sich Einzelhändler und Kunden verstärkt Alternativen zum Bargeld zuwendeten. Dies führe nur dazu, "dass es der Branche schlechter geht" - womöglich mit Folgen für die Arbeitsplätze.

Linken-Chef Bernd Bernd Riexinger forderte indes, "die Menschen, die das Geld bringen, sollten dafür auch ausreichend Geld erhalten". Die Gewinne der Unternehmer der Geld- und Wertbranche stiegen jedes Jahr. Die Löhne der Beschäftigten reichten hingegen "nicht einmal für eine auskömmliche Rente".


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