01.01.2019, 14:34 Uhr

Berlin (AFP) Studie: Migranten sorgen für Aufschwung bei deutschen Patenten

Europäisches Patentamt in München. Quelle: dpa/AFP/Peter Kneffel (Foto: dpa/AFP/Peter Kneffel)Europäisches Patentamt in München. Quelle: dpa/AFP/Peter Kneffel (Foto: dpa/AFP/Peter Kneffel)

Tüftler aus Ost- und Südosteuropa am erfindungsreichsten

Zuwanderer beflügeln einer Studie zufolge die Innovationen "Made in Germany". Mittlerweile kommt fast jedes zehnte Patent von Erfindern mit nicht-deutschen Wurzeln, wie das "Handelsblatt" unter Berufung auf eine Untersuchung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) berichtete. Danach haben seit 2005 vor allem Ausländer oder Kinder von Migranten dazu beigetragen, dass die Zahl der Patentanmeldungen in Deutschland kräftig zugenommen hat.

Insgesamt wurden 2016 4,3 Prozent mehr Patente angemeldet als im Jahr 2005, wie es weiter heißt. Das Plus ist jedoch fast ausschließlich auf Tüftler aus anderen Sprachräumen zurückzuführen: Sie steigerten ihre Patentanmeldungen um 65 Prozent. Erfinder aus dem deutschen Sprachraum hingegen legten nur um ein Prozent zu.

Damit ist zugleich der Anteil der Erfinder mit ausländischen Wurzeln im Zeitraum von 2005 bis 2016 von 6,1 auf 9,4 Prozent gestiegen. Grundsätzlich zeigte sich, dass Erfinder aus dem ost- und südosteuropäischen Sprachraum den größten Beitrag unter allen Migranten zu den Patentanmeldungen leisteten.

Auf Platz zwei liegen laut "Handelsblatt" solche aus dem arabisch-türkischen Raum, dicht gefolgt von denen aus Südeuropa und Lateinamerika. Die höchste Dynamik zeigt sich jedoch bei Erfindern aus dem asiatischen Sprachraum: Sie konnten die Zahl ihrer Vollpatent-Anmeldungen von 175 im Jahr 2005 auf 348 im Jahr 2016 nahezu verdoppeln.

Das IW erforschte die Zusammensetzung der Erfinder mit Hilfe einer neuen Vornamen-Datenbank. Damit wurden die Erfinder den verschiedenen Sprachräumen zugeordnet. Da jedoch weltweit gebräuchliche Namen wie Michael oder Thomas den Deutschen zugeordnet wurden, obwohl sie auch in anderen Ländern verwendet werden, sei dadurch der festgestellte hohe Anteil der Migranten an der Anmeldung von Patenten zwangsläufig "nur die Untergrenze". Ihr tatsächlicher Beitrag liege also noch höher, schreibt das "Handelsblatt".


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