01.01.2019, 14:21 Uhr

Manchester (AFP) Britische Polizei sieht Messerattacke in Manchester als terroristische Tat

Polizisten in der Nähe des Tatorts. Quelle: AFP/Paul ELLIS (Foto: AFP/Paul ELLIS                       )Polizisten in der Nähe des Tatorts. Quelle: AFP/Paul ELLIS (Foto: AFP/Paul ELLIS )

Angreifer in Polizeigewahrsam - Drei Menschen verletzt

Die britische Polizei hat die Messerattacke in Manchester mit drei Verletzten als eine terroristische Tat eingestuft. "Wir behandeln dies als Terrorismus-Ermittlungen", sagte der Polizeichef der nordwestenglischen Stadt, Ian Hopkins, am Dienstag. Die Untersuchung werde von Anti-Terror-Ermittlern geleitet, unterstützt von der Polizei des Großraums von Manchester. Der Angreifer sei weiter in Gewahrsam, eine Wohnung im Stadtteil Cheetham Hill sei durchsucht worden.

Hopkins sprach von einer "entsetzlichen Attacke". Bei der Messerattacke waren am Silvesterabend drei Menschen verletzt worden. Ein Mann und eine Frau, beide über 50 Jahre alt, hätten "ernste" Verletzungen erlitten und würden weiter im Krankenhaus behandelt. Ein Polizist sei an der Schulter verletzt worden.

Der Vorfall ereignete sich laut Polizei am Montagabend in der Nähe des Victoria-Bahnhofs, während zahlreiche Feierlustige dem neuen Jahr entgegenfieberten. Bei der Polizei ging kurz vor 21.00 Uhr (Ortszeit, 22.00 Uhr MEZ) ein Notruf ein.

Ein Mitarbeiter des britischen Radiosenders BBC wurde Augenzeuge des Angriffs. Zunächst habe er einen "furchteinflößenden Schrei" gehört, sagte Sam Clack. Dann sei der mutmaßliche Täter auf ihn zugelaufen. "Ich schaute nach unten und sah, dass er ein Küchenmesser mit einem schwarzen Griff und einer gut 30 Zentimeter langen Klinge hatte."

"Es war nur Angst, nackte Angst", sagte Clack. Sicherheitskräfte hätten einen Elektroschocker und Pfefferspray gegen den Angreifer eingesetzt. Dann seien "sechs oder sieben" Polizisten auf den Mann gesprungen und hätten ihn überwältigt.

Bei dem Angriff äußerte sich der Mann laut Clack auch zu seinen Motiven. "So lange ihr weiterhin andere Länder bombardiert, wird diese Art von Mist weiter passieren", sagte der Verdächtige demnach. Er habe vor und während der Tat "Allah" gerufen. Bislang hat noch keine extremistische Gruppierung die Tat für sich reklamiert.

Regierungschefin Theresa May dankte den Einsatzkräften für ihre "mutige Antwort". "Meine Gedanken sind bei denjenigen, die in der vergangenen Nacht bei dem mutmaßlichen Angriff in Manchester verletzt wurden", schrieb sie im Kurzbotschaftendienst Twitter.

Die zentrale Silvesterparty in Manchester wurde trotz des Angriffs wie geplant fortgesetzt. Allerdings wurden die Sicherheitsvorkehrungen verstärkt.

Im Mai 2017 war Manchester Ziel eines Bombenanschlags, als ein Attentäter sich nach einem Popkonzert der US-Sängerin Ariana Grande in die Luft sprengte. Er riss 22 Menschen mit in den Tod, darunter sieben Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren. 139 Menschen wurden damals verletzt.


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