01.01.2019, 14:42 Uhr

Essen (AFP) Deutsche feiern neues Jahr vielerorts friedlich - Schwere Verletzungen durch Böller

Silvesterparty vor dem Brandenburger Tor. Quelle: dpa/AFP/Monika Skolimowska (Foto: dpa/AFP/Monika Skolimowska)Silvesterparty vor dem Brandenburger Tor. Quelle: dpa/AFP/Monika Skolimowska (Foto: dpa/AFP/Monika Skolimowska)

Unbekannte zünden in Rheinland-Pfalz Rakete im Gottesdienst

Die Feiern zum Jahreswechsel in Deutschland sind vielerorts ohne größere Zwischenfälle verlaufen. Viele Polizeidienststellen meldeten eine ruhige Silvesternacht. In Berlin feierten Hunderttausende auf der größten Silvesterparty des Landes. Beim Hantieren mit Feuerwerkskörpern zogen sich mehrere Menschen zum Teil schwer Verletzungen zu. In Leipzig wurde die Außenstelle des Bundesgerichtshofs von Vermummten angegriffen.

Lebensgefährliche Verletzungen erlitten zwei Männer in Essen durch offenbar selbstgebasteltes Feuerwerk. Die 31 und 33 Jahre alten Männer hantierten laut Polizei auf einem Schulhof mit den Feuerwerkskörpern hantiert. Dort fanden die Beamten mehrere Koffer mit weiteren selbstgebauten Böllern.

Ins Berliner Unfallkrankenhaus kamen in der Silvesternacht insgesamt 15 Menschen mit Verletzungen durch Böller. Mehrere Schwerverletzte mussten nach Angaben der Klinik sofort operiert werden. Unter anderem war einem Mann ein sogenannter Polenböller in der Hand explodiert. Dadurch wurden Daumen, Zeige- und Mittelfinger abgetrennt. Ein weiterer Mann beugte sich über eine Kettenbatterie und erlitt im Gesicht schwere Verbrennungen und Knochenbrüche.

Auch im niedersächsischen Winsen/Aller trug ein Mann schwerste Handverletzungen davon, als ein Knallkörper explodierte. In Warendorf in Nordrhein-Westfalen untersuchte ein Mann einen Böller, der zunächst nicht gezündet hatte. Der sogenannte Kanonenschlag explodierte daraufhin in der Hand des Mannes.

Im rheinland-pfälzischen Stadtkyll nutzten Unbekannte den Gottesdienst in einer Kirche zum Abschießen einer Feuerwerksrakete. Teile der Decke und der Wand wurden beschädigt. In Hannover wurde ein Mann von einem Auto angefahren und schwer verletzt, als er auf einer Straße von einem auf der Mittelinsel angezündeten Feuerwerkskörper zurücktrat.

Ohne schwere Zwischenfälle verlief Deutschlands größte Silvesterparty am Brandenburger Tor in Berlin. Hunderttausende Feierlustige bejubelten Auftritte von Künstlern wie DJ Bobo, Bonnie Tyler und Eagle Eye Cherry. Feuerwerkskörper waren auf dem Festgelände nicht erlaubt. Dennoch zündeten laut Polizei mehrere Menschen Feuerwerk und Böller. Daneben registrierten die Beamten Körperverletzungen, zwei Fälle von sexueller Belästigung und eine mögliche Vergewaltigung.

Sowohl Polizei als auch Feuerwehr in der Hauptstadt beklagten Angriffe auf Einsatzkräfte. In Hamburg wurden ebenfalls zwei Polizisten mit Feuerwerksraketen beschossen und leicht verletzt. Im Vergnügungsviertel St. Pauli feierten rund 50.000 Menschen weitgehend friedlich. Allerdings beobachtete die Polizei viele gefährliche Situationen in Zusammenhang mit Feuerwerk.

In Leipzig wurde die Außenstelle des Bundesgerichtshof von Vermummten beschädigt. Sie schlugen laut Polizei Fensterscheiben ein und versuchten, die Eingangstür in Brand zu setzen. Auch ein Nebengebäude wurde beschädigt.

In Köln zeigten sich Polizei und Stadtverwaltung zufrieden mit der Silvesternacht. Es gab demnach sieben Anzeigen wegen Straftaten mit sexuellem Hintergrund. Im Hauptbahnhof wurde "sicher und respektvoll" gefeiert, erklärte die Bundespolizei.

In der Silvesternacht von 2015 auf 2016 hatten es rund um den Kölner Hauptbahnhof und den Dom massenhaft sexuelle Übergriffe gegen Frauen sowie andere Straftaten wie etwa Diebstähle gegeben. Diese waren aus einer großen Menge heraus verübt worden. Viele Beschuldigte waren nordafrikanischer Herkunft. Die Ereignisse sorgten bundesweit für Entsetzen und emotionale Debatten und für neue Einsatzkonzepte der Kölner Polizei.


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