30.12.2018, 12:02 Uhr

Mainz (AFP) Polizei fasst in Mainz Syrer wegen mutmaßlicher Anschlagspläne in Niederlanden

Festnahme in Mainz. Quelle: dpa/AFP/Archiv/Carsten Rehder (Foto: dpa/AFP/Archiv/Carsten Rehder)Festnahme in Mainz. Quelle: dpa/AFP/Archiv/Carsten Rehder (Foto: dpa/AFP/Archiv/Carsten Rehder)

Vier weitere Festnahmen in Rotterdam

Wegen mutmaßlicher Anschlagspläne in den Niederlanden ist in Mainz ein Syrer festgenommen worden. Der 26-jährige Mann wurde nach Angaben des rheinland-pfälzischen Landeskriminalamts (LKA) aufgrund eines Auslieferungsersuchens der niederländischen Justiz gefasst und sollte noch am Sonntag einem Haftrichter in Mainz vorgeführt werden. Auch in den Niederlanden griff die Polizei zu: Am Samstag nahmen niederländische Beamte in Rotterdam vier Terrorverdächtige fest.

Der in Mainz festgenommene Syrer stehe "im dringenden Verdacht", sich an Vorbereitungen eines "terroristischen Anschlags in den Niederlanden beteiligt" zu haben, teilte das LKA am Samstagabend mit. Er verfüge über keinen Wohnsitz in Deutschland und sei hierzulande bislang nicht strafrechtlich aufgefallen. Den Angaben zufolge wurde er am Samstag in einer Wohnung in Mainz gefasst, die daraufhin durchsucht wurde.

Die Niederlande beantragten die Auslieferung des Mannes. Über den Antrag muss laut LKA das Oberlandesgericht Koblenz entscheiden. Ob die Auslieferung dann bewilligt werde, liege beim Generalstaatsanwalt in Koblenz.

Die Festnahme des Syrers steht offenbar im Zusammenhang mit einem Einsatz der niederländischen Polizei gegen Terrorverdächtige. Spezialkräfte und Polizisten hatten am Samstag in Rotterdam vier Männer gefasst, die den Angaben zufolge ebenfalls im Verdacht stehen, an der Vorbereitung einer "terroristischen Straftat" beteiligt gewesen zu sein. In der Hafenstadt wurden mehrere Wohnungen durchsucht.

Die Ermittlungen würden noch die "kommenden Tage" andauern, teilte die niederländische Polizei mit. Dabei liege der Fokus unter anderem auf "Art und Umfang der terroristischen Bedrohung". Das LKA Mainz erklärte, die deutschen und holländischen Polizeibehörden stünden in engem Kontakt.

Der rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz dankte der Polizei und den Spezialkräften für den Einsatz im Rahmen des internationalen Ermittlungsverfahrens. Die Festnahme des Syrers in Mainz habe gezeigt, "dass die Kooperation mit der niederländischen Polizei länderübergreifend funktioniert hat und die rheinland-pfälzische Polizei für solche Einsätze gut vorbereitet ist", erklärte Lewentz am Samstagabend.

Anders als in vielen Nachbarländern sind die Niederlande in den vergangenen Jahren von Terroranschlägen verschont geblieben. In den vergangenen Monaten gab es allerdings eine Reihe bedrohlicher Vorfälle.

So vereitelte die niederländische Polizei erst im September nach eigenen Angaben einen großen Anschlag. In den Städten Arnheim und Weert wurden sieben Verdächtige festgenommen, die einen Anschlag auf eine Großveranstaltung geplant haben sollen. In den Wohnungen der Verdächtigen fanden die Ermittler große Mengen an Materialien zur Herstellung von Bomben, darunter hundert Kilogramm Dünger.

Ende August war ein 19-jähriger Afghane mit Wohnsitz in Deutschland am Amsterdamer Bahnhof mit einem Messer auf Passanten losgegangen. Zwei US-Bürger wurden dabei schwer verletzt. Die Ermittler gehen von einem "terroristischen" Motiv aus.


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